Gottes Neue Offenbarungen

Das Grosse Evangelium Johannes: Band 1

Lehren und Taten Jesu während Seiner drei Lehramts-Jahre
Am Galiläischen Meer

- Kapitel 97 -

Der Hauptmann von Kapernaum. Die Heilung seines kranken Knechtes

17.10.1851
Ev. Matth. Kapitel 8. Hier fängt Matthäus an, und zwar vom 5. Vers im 8. Kapitel, die Geschichte gedrängt aufzuschreiben; Matthäus schreibt jetzt bis dahin, als Ich wieder auf ein Fest nach Jerusalem ziehe. -
1
Wir gehen nun ganz ruhig noch die etlichen hundert Schritte, und als Ich das Weichbild der Stadt betrete, da tritt sogleich der Hauptmann zu Mir hin, bittet Mich und spricht: ,,Herr! Mein Knecht liegt zu Hause, ist gichtbrüchig und hat also eine große Qual und kann nichts tun." (Matth.8,6)
2
Sage Ich zum Hauptmann: ,,Ich will kommen und ihn gesund machen." (Matth.8,7)
3
Der Hauptmann aber erwidert: ,,Herr! Ich bin gar nicht wert, daß Du unter mein Dach gehest, sondern sprich Du nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund! (Matth.8,8) Denn sieh, ich bin auch ein Mensch, dazu - wie viele - der höheren Obrigkeit untertan, habe aber dennoch unter mir viele Kriegsknechte, die mir gehorchen. Und so ich zu einem sage: tue das, so tut er es, oder ich heiße ihn gehen, so geht er. Und so ich zu einem andern Knechte sage: komme, so kommt er; und so ich sage zu meinem Knechte: tue mir dies oder jenes, so tut er es alsogleich! (Matth.8,9)
4
Dir aber sind alle Geister untertan, und Du bist ein Herr in aller Fülle über alles, was im Himmel und was auf Erden und in der Erde ist; Du darfst also nur Deinen für uns Menschen unsichtbaren Mächten einen Wink geben, und sie werden sofort ausrichten Deinen Willen!"
5
Daß dieser Hauptmann also vertrauend Mir sein Anliegen des Knechtes wegen vorträgt, liegt darin, weil er sich von der schnellen Genesung des Sohnes des königlichen Beamten, wie durch so manche Erzählung des Obersten überzeugt hatte, daß Ich wunderbar auch in die Ferne hin bloß allein durchs Wort heilen kann; und das machte denn auch, daß er gleich dem königlichen Beamten zu Mir kam, als er vernahm, daß Ich Mich der Stadt nahe.
6
Als Ich sonach solch eine höchst vertrauensvolle Rede von dem Hauptmanne vernahm, so verwunderte Ich Mich - freilich nicht Meinet-, sondern der Jünger wegen - und sagte, nicht so eigentlich zum Hauptmann, sondern vielmehr zu denen, die mit Mir waren: ,,Wahrlich, solch einen Glauben habe Ich in ganz Israel nicht gefunden! (Matth.8,10) Aber Ich sage euch auch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und werden mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreiche sitzen (d.h., die Herrlichkeit des Vaters haben) (Matth.8,11); aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen werden in die äußerste Finsternis, allda sein wird ein großes Geheul und ein jämmerliches Zähneklappern!" (Matth.8,12)
7
Bei dieser Vorrede klopften sich viele auf die Brust und sprachen: ,,Herr, wirst Du denn die Kinder verwerfen und annehmen an ihrer Stelle die Heiden?"
8
Und Ich sage: ,,Weder die Kinder, noch die Heiden! Wer da glaubet und die Liebe hat, ob Jude, Grieche oder Römer, der wird angenommen werden!"
9
Darauf wende Ich Mich zum Hauptmanne und sage zu ihm: ,,Gehe hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast!"
10
Der Hauptmann dankte Mir aus aller Fülle seines Herzens, begab sich darauf in sein Haus und fand daselbst, daß alles erfüllt war, um das er gebeten hatte aus seinem Glauben, in dem kein Zweifel war, weder vor- noch nachher; denn der Knecht ward zur selben Stunde gesund, als Ich zum Hauptmanne gesagt habe: ,,Dir geschehe, wie du geglaubt hast!" (Matth.8,13)
11
Dieses Zeichen in Kapernaum selbst, sowie das frühere am Sohne des königlichen Beamten, der zu Kapernaum ein Statthalter war, machten in dieser Stadt ein ungemeines Aufsehen zumeist unter den Römern und Griechen, die sich in dieser Stadt aufhielten; aber unter den Juden und den in dieser Stadt von Jerusalem aus stationierten und gleichsam für bleibend angestellten Priestern und Schriftgelehrten erweckte das nur Ärger, Grimm und Wu t !

Fußnoten