Gottes Neue Offenbarungen

Das Grosse Evangelium Johannes: Band 1

Lehren und Taten Jesu während Seiner drei Lehramts-Jahre
Beim Zöllner Matthäus

- Kapitel 124 -

Das Gleichnis vom neuen und alten Gewand, vom neuen Most und alten Schläuchen

3.12.1851
Sage Ich: ,,Meine Lehre ist wie ein neues Gewand; eure aber ist das alte, voll Risse und Schäden, darum ihr denn auch heute als am Sabbat trotz Moses und Johannes recht wohl habet Fische fangen können! Meine Lehre ist sonach eine neue, und man kann von ihr nicht ein Stück nehmen und euer altes, rissevolles Gewand damit ausstopfen. Und täte man das, so würde man damit noch größere Risse zuwege bringen, als sie früher waren; denn der neue Lappen reißt doch wieder vom alten, morschen Kleide und macht den Schaden größer. (Matth.9,16)
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Also ist Meine Lehre auch wie ein neuer Most, den man nicht in alte Schläuche gibt, auf daß sie zerrissen werden und der Most verschüttet wird; sondern man gibt den Most in neue, feste Schläuche, und so werden erhalten beide, Most und Schlauch. Versteht ihr das?" (Matth.9,17)
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Sagen die Jünger Johannis: ,,Es läßt sich das wohl hören, aber nicht so leicht völlig verstehen, was Du damit sagen wolltest; daher könntest Du Dich wohl etwas faßlicher ausdrücken!?"
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Sage Ich: ,,Ob Ich Mich noch faßlicher ausdrücken könnte oder wollte?! Ja, ja, Ich könnte es wohl, so Ich's wollte! Aber hier will Ich nicht faßlicher sein, und darum sage Ich euch auch darüber nichts Weiteres mehr, als das bloß, daß ihr alte, verrissene Kleider und alte, morsche Schläuche seid, die für Meine Lehre nicht mehr taugen! Diese brächte euch ja um euer süßes Erdenleben, was doch euer höchstes Gut ist, und auf dessen Verbesserung ihr alles aufbietet und sogar am Sabbate schwere Fischzüge machet, um nur eurem irdischen Leben eine bessere und sorglosere Existenz zu verschaffen und möglicherweise ein bißchen Herrlichkeit daneben! Die Armen aber sehet ihr nicht, die Kranken nicht, und die Bresthaften auch nicht, auch die Hungrigen nicht, und die Durstigen nicht!
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Es ist ja also, daß derjenige, der mit einem vollen Bauche herumgeht, nicht im geringsten verspürt, wie es den Armen vor Hunger schmerzt und brennt im Magen! So auch verspüret ihr, die ihr gut bekleidet seid, so da der Winter kommt, nichts von der Kälte; denn ihr habt ja Mittel in großer Menge, euch den Winter angenehmer als den heißen Sommer zu machen. Und so euch ein Halbnackter unterkommt, bebend vor Frost, und klagt euch seine Not und bittet euch um ein erwärmendes Gewand, so ärgert euch das, und ihr gebet ihm scheele Worte und sagte: ,Gehe hinweg, du fauler Mensch! Hättest du gearbeitet im Sommer, so dürftest du im Winter nicht Not leiden! Zudem ist es auch nicht so kalt, und man muß als Bettler nicht gar so weichlich und empfindlich sein!`
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Aber der Bettler sagt: ,Herr, ich habe den ganzen Sommer und Herbst gearbeitet, aber meiner schweren Arbeit Lohn war nicht der tausendste Teil von dem, was mein Herr gewann aus meiner Arbeit; daher kann mein Arbeitsherr wohl im Winter warm bekleidet einhergehen, wir aber, seine schlecht bezahlten Arbeiter, die wir den geringen Lohn schon im Sommer gar leicht verzehren konnten, leiden nun im Winter, - nicht, als hätten wir im Sommer nicht gearbeitet, sondern nur, weil wir einen zu geringen Lohn hatten. Der Gewinn der Herren ist unsere Not!`
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Sehet, das ist die Sprache des Bettlers, abgesehen von dem, daß es mitunter wohl auch hie und da unter den vielen Bettlern einige Sünder gibt, die ihre Armut verdient haben!"
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Sagen die Jünger Johannis: ,,Ah, da redest Du zu viel! Also ist es nicht! Ein treuer und rechtschaffener Arbeiter hat noch nie Not gehabt, über seine Dienstgeber zu klagen! Wer arbeiten will, bekommt Winter und Sommer Arbeit, Verdienst und Nahrung und Kleidung! Daß man aber dem Faulen die Tür weist, finden wir alle ganz in der Ordnung."
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Sage Ich: ,,Ihr ja, das weiß Ich nur zu gut! Aber Ich nicht, das sage Ich euch! Das Warum sollet ihr sogleich vernehmen! - Saget Mir: Wer hat das Meer und die vielen guten Fische im selben erschaffen?"
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Sagen die Jünger Johannis: ,,Nun, ist das eine Frage! Wer sonst als Gott allein könnte das wohl?!" - Sage Ich: ,,Nun gut, saget Mir, ob ihr von Gott aus Urkunden im Besitze habt, denen zufolge ihr allein das Recht habt, die guten und teuren Fische aus dem Meere zu fangen, sie ums teure Geld zu verkaufen, dann den ganzen Gewinn in eure Säcke zu stecken und kaum den tausendsten Teil euren fleißigen Knechten zukommen zu lassen, die doch allein die schwere Arbeit oft mit vieler Lebensgefahr verrichtet haben!"
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Sagen die Jünger Johannis: ,,Das ist schon wieder eine lächerlich dumme Frage! Wo ist denn auf der Erde jemand, der sich mit einer Besitzesurkunde von Gott ausweisen könnte?! Dafür hat Gott das Staatsoberhaupt gestellt, und dieses stellt an Gottes Statt die Besitzurkunden aus; wer vom Staate aus als Besitzer angesehen ist, der ist das auch Rechtens vor Gott. Zudem muß jeder rechtmäßige Besitzer für sein teuer erkauftes Recht dazu noch alljährlich allerlei Zehnt und andere Steuern dem Staate entrichten und ist daher doppelt berechtigt, von seinem Besitze den notwendigen Gewinn zu ziehen!"
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Sage Ich: ,,Ja, ja, also ist es wohl auf der Erde, aber nicht von Gott aus, sondern von den selbst- und herrschsüchtigen Menschen aus! Diese haben sich solche Gesetze und eine solche Ordnung geschaffen. Aber im Anfange der Welt war es nicht also; da war lange hin die ganze Erde ein Gemeingut der Menschen!
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Als aber aus den Menschen die Kinder Kains einen Teil der Erde in einen festen und erbbaren Besitz genommen hatten und dafür gemacht Gesetze und eine selbst- und herrschsüchtige Ordnung, da dauerte es dann aber auch keine tausend Jahre mehr!
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Gott ließ es geschehen, daß die Sündflut kam und ersäufte sie alle bis auf wenige, die erhalten wurden. Und so wird es auch wieder werden!
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Gott ist zwar sehr langmütig und von großer Geduld, aber Er wird eures Treibens bald müde werden; und dann habet acht, wer nach euch Besitzer der Erde wird!
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Daß ihr aber also redet, ist ein nur zu klarer Beweis, daß euer Glaube und eure Rechtslehre ein altes, zerrissenes Kleid ist, das keinen neuen Fleck vertragen kann, und ist auch wie ein alter Schlauch, in den man keinen Most mehr geben kann! Denn ihr seid alle und allzumal arge und selbstsüchtige Menschen! Versteht ihr Mich nun?!" -

Fußnoten