VON DER HÖLLE BIS ZUM HIMMEL
DIE JENSEITIGE FÜHRUNG DES ROBERT BLUM
BAND 2

- Kapitel 228 -


   
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Nun tritt der Hauptpriester vor und murmelt aus dem ihm ehrerbietig vorgehaltenen Buch, und die andern sagen alle Augenblicke Amen dazwischen. Danach wird die Hälfte der Kerzen angezündet, mit dem Rauchfasse beraucht und mit Weihwasser besprengt. Dies Murmeln, Rauchen und Besprengen geschieht noch zweimal. Darauf wird ein schwarzer Strick hingelegt. Der Hauptdienstbare tritt im Namen Mariä auf den Strick, andeutend, daß er nun der Schlange den Kopf zertritt. Darauf wird eine schwarze Schüssel mit glühenden Kohlen herbeigeschafft. Das Feuer wird dreimal verflucht, der Strick wird darauf in das Feuer geworfen und selbes mit dem verbrannten Strick aus der Kirche geschafft. Nun werden eine Menge Knittel aus der Sakristei gebracht; ein jeder nimmt einen solchen in die Hand. Bei dieser Gelegenheit wird auch die andere Hälfte der Kerzen angezündet. Nach diesem Akt werden die Knittel geweiht, beräuchert, besprengt und angerührt. Als dies beendet ist, sagt der Hauptdienstbare: ,Hiscum fustibus percutiantur omnia!` Das heißt: Mit diesen Stöcken muß jetzt alles zerschlagen werden, was die Teufel entheiligt haben. Nun werden zuerst die Leuchter umgeschlagen, darauf wird der Katafalk zertrümmert und das Bahrtuch in Stücke zerrissen. Zugleich macht auch der Hauptdienstbare einen kleinen Riß in das weiße Unterkleid. Darauf beginnt ein wilder Lärm; ein jeder schreit, um uns Quasiteufel aus der Kirche hinaus zu verfluchen. Daneben wird mit diesen Knitteln auf allen Bänken herumgeschlagen und solange die Knittel nicht ganz zerschlagen sind, wird mit dieser Aktion nicht innegehalten.
 
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