VON DER HÖLLE BIS ZUM HIMMEL
DIE JENSEITIGE FÜHRUNG DES ROBERT BLUM
BAND 2

- Kapitel 218 -
Kaiser Josephs Erfahrungen mit der Klerisei. Grund des frühen Todes dieses Kaisers, der nun als Gerichtsengel gegen Rom bestellt wird


 
H
ier tritt der Kaiser Joseph hin zu Mir und sagt: ,,Herr, sei mir Sünder gnädig! Ich sollte zwar nicht über andere etwas reden, denn ich bin selbst noch voll von allerlei Schulden. Aber da es sich hier um den römischen hohen Klerus handelt, kann ich unmöglich schweigen! Ich habe diese Brut kennengelernt wie keiner vor und nicht leicht einer nach mir. Sie ist aber von mir auch auf eine Art gesalbt worden, die ihr in ewigem Andenken bleiben dürfte. O Herr, es ist mir vor Dir nahe unmöglich, alles zu beschreiben, was ich als Kaiser mit diesen Wesen erlebt habe! Die Schändlichkeit und Gewissenlosigkeit erreicht bei dieser Kaste einen solchen Grad, daß man, um sie zu beschreiben, wahrlich keine Worte finden kann.
 
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Da es mir als Bekenner Deiner reinen Lehre nur zu hell einleuchtete, welch ein Unterschied zwischen der Lehre Roms und Deiner reinsten Himmelswahrheit hervortrat - so hätte ich der falschen Römerin für alle Zeiten den Garaus gemacht. Wäre es mir vergönnt gewesen, nur noch zehn Jahre auf der Erde zu leben - bei Deinem heiligsten Namen, da hätte ich's auch getan! Aber eben diese Luder, denen ich zum ärgsten Stein des Anstoßes geworden bin, wußten sich wie ein böses Krebsgewürm hinter meinen irdischen Lebensfaden zu schleichen und ihn vor der Zeit zu durchnagen. Und so mußte mein Vorhaben unterbleiben.
 
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Aber es freut mich dennoch, daß ich wenigstens den Weg zu ihrem Verfall gebahnt habe und dieser Anfang gute Folgen hat. Denn so oft ich in dieser Welt von der Erde Kunde erhalte, heißt es allzeit, daß die Hure Babels an unheilbarer Abzehrung leide. Und das ist für mich eine Wonne, ja ein völliger Himmel. O Herr, segne meine Arbeit, daß sie auf Deiner Erde gute Früchte trage! Es würde meine größte Freude sein, so Du mir sagst, daß ich Dir auf der Erde kein ganz unnützer Knecht war!"
 
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Sage Ich: ,,Mein liebster Bruder Joseph! Ich kann dir vorderhand nichts anderes sagen als: Du warst Mir ein Knecht wie wenige vor dir und wie bisher keiner mehr nach dir! Du handeltest ganz nach Meinem Herzen und warst treu in dem dir anvertrauten Haushalt. Daß Ich es zuließ, daß du nur eine kurze Zeit auf der Erde Mir zu dienen hattest, hatte seinen Grund darin, weil die Menschheit deiner nicht wert war. Darum habe Ich sie dann auch durch Kriege und allerlei Nöte und Trübsale heimgesucht, wodurch hoch und niedrig gedemütigt ward wie nicht leicht irgendwann vorher. Und diese Demütigungen sollen fortdauern, bis der letzte böse Same von der Erde vertilgt wird.
 
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Dir aber werde Ich erst jetzt ein rechtes Schwert geben, mit dem du der Hure Babels ganz anders wirst zusetzen können, als du es auf der Erde je hättest zu tun vermocht; denn du bist Mir ein rechter Kämpfer für diese allerwichtigste Sache! Was aber Babel und dessen schwarze, scharlachund purpurrote Knechte alles für Greuel getrieben haben, brauchst du Mir hier nicht zu erzählen. Denn alles weiß Ich am allerbesten, darum aber auch die Zeit des Gerichts über sie gekommen ist.
 
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Jetzt aber gib acht: Dort aus einem finsteren Gewölbe trabt ein Erzbischof aus deiner Zeit zu uns hervor. Du wirst ihn sogleich erkennen, auch er dich. Dem gib eine gemessene Antwort, wie Ich sie dir in den Mund legen werde."