DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES - BAND 9

Lehren und Taten Jesu während Seiner drei Lehramts-Jahre

Der Herr in Galiläa

- Kapitel 82 -


 

11.12.1861

 
   
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Als er den Becher völlig geleert hatte, da sagte er (der Schriftgelehrte): ,,Wahrlich, dies ist eines jener Zeichen, das sich auf keine natürliche Art und Weise erklären läßt! Denn aller Art Kranke bloß durch einen überfesten Glauben und unbeugsamen Willen heilen, das ist nach alten Sagen und Traditionen unter den Menschen schon dagewesen; denn es gibt, wenn auch selten, hie und da noch gänzlich unverdorbene Menschen, die eine übergroße und ebenso starke Lebenskraft besitzen. Wenn derlei Menschen auf irgendeinen Kranken durch ihren Glauben und Willen einwirken wollen, so wird der Kranke wie von einem Lebensfeuerstrom durchdrungen und erfüllt und kann dadurch im Augenblick gesund werden, wie man um derlei Heilungen wohl so manches aus den alten Schriften beinahe aller uns bekannten Völker weiß. Also weiß man auch, daß es Menschen gegeben hat, die nach ihrem guten oder bösen Belieben am schönsten und heitersten Tage allerlei herzaubern und auch andere Dinge verrichten konnten, welche einem natürlichen Menschen wunderbar vorkommen mußten. Aber alte, leere Schläuche und andere Gefäße bloß durch den Willen erstens in einen brauchbaren Zustand setzen und sie dann aber auch mit dem reinsten, besten Weine füllen, das ist etwas, wovon alle Chroniken und alten Sagen nichts zu erzählen wissen. Und dieses Zeichen halte denn auch ich für ein übermenschliches, das ohne eine große Fülle wahrer göttlicher Kraft nicht zustande gebracht werden könnte, - und so fange nun denn auch ich an zu glauben, daß Du wahrhaft der Gesalbte Gottes bist!"
 
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