DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES - BAND 9

Lehren und Taten Jesu während Seiner drei Lehramts-Jahre

Der Herr in Jericho

- Kapitel 17 -


   
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Wenn es einen höchst guten, weisesten und dabei sicher gerechtesten Gott gäbe, so müßte Er das ja doch auch einsehen und mit Seiner Allmacht jene Menschen züchtigen, die der Hauptgrund an der stets zunehmenden Verschlimmerung der Menschen waren und noch gleichfort sind und bleiben werden bis ans mögliche Ende der Welt und ihrer argen Zeit. Aber weil die großen und mächtigen Teufel in Menschengestalt für ihre noch so großen Greueltaten nahezu nie sichtlich von Gott aus zum abschreckenden Beispiel für andere ihresgleichen bestraft werden, sondern sich ganz frei und auch allzeit hochgeehrt im größten Wohlleben bewegen und dazu noch mehr Greuel auf Greuel ungestraft begehen können, so kann es uns denn wahrlich auch nicht verargt werden, so wir sagen und behaupten, daß es bei so bewandten Umständen keinen eigentlichen Gott, wie Ihn uns die Schriften Mosis und der anderen Propheten darstellen, je gegeben hat und je geben kann, sondern irgendeine uns Menschen unbekannte Kraft der Erde unter Einwirkung der Sonne, des Mondes, der Planeten, der andern Sterne und der vier Elemente haben auch uns armseligste Menschen so wie alle andern Wesen und Dinge ohne ihr Wollen produziert, und man wird ungefähr also ins Dasein gerufen von sich ihrer selbst sicher so wenig bewußten Kräften der rohen Natur, als wie wenig sich der Mensch alles dessen bewußt ist, wie sein Leib wächst, und wie auf seiner Haut allerlei Haare und das ihm lästige Ungeziefer produziert wird. Darum ist ein Narr derjenige, der nur die geringste Freude an seinem so elend bestellten und allzeit vergänglichen Leben hat und dazu noch voll Demut und tiefster Hingebung einem nirgends seienden Gott für ein solches Leben dankt.
 
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