DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES - BAND 9

Lehren und Taten Jesu während Seiner drei Lehramts-Jahre

Der Herr in Jesaira

- Kapitel 137 -


   
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Auf diesem Söller betrachteten alle eine Weile die stets ruhiger werdende Natur, und der Bootsmann machte die ganz gute Bemerkung hinzu, sagend: ,,Wenn der Seelenabend beim Menschen, der einmal in die Lebensjahre geraten ist, von denen er sagt, daß sie ihm nicht gefallen, auch diesem Naturabende gliche, so würde er auch sicher ein Wohlgefallen an ihm haben. Aber das ist beinahe schon gar nie der Fall; denn entweder verlebt der Mensch seine alten Tage in allerlei Kummer, Sorgen, Schwächen, Krankheiten und in der stets zunehmenden Furcht vor dem sicheren Tode des Leibes - für welche Furcht ihm sein schwacher Glaube und die noch schwächere Hoffnung auf ein Fortleben der Seele in irgendeinem Jenseits, das bis jetzt noch niemand der vollen Wahrheit nach kennt, eine höchst matte Bürgschaft bieten -, oder ein Mensch, dem es sein Vermögen erlaubt, stürzt sich in seinen alten Tagen erst so recht mit aller Gier auf allerlei weltliche Vergnügungen, um sich nur die ihm über alles lästige Furcht und Angst vor dem Tode zu verscheuchen. Und haben ihn aber dann dennoch Krankheiten, gegen die kein heilend Kräutlein gewachsen ist, ergriffen, und hat er sein nahes Ende mit Händen zu greifen klar vor sich, so stürmt es in seiner Seele um so gewaltiger, und so ist der Seelenabend des alten Menschen wohl höchst selten, und in unseren Zeiten beinahe schon gar nicht, mit diesem wahrlich wunderherrlichen Naturabend zu vergleichen. O Du lieber Herr und Meister, sage es uns doch, ob es bei den Menschen stets also verbleiben wird!"
 
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