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EHE- Dualliebe- Hochzeit zu KANA - irdische EHE von Gott gewollt- Jesu Worte - Das Buch der Liebe- Bethanien- von Prof. Franz Neuhold
von Gast  Do, 19. Jan 2023 um 13:12 MEZ
Quelle:

Wichtiger AUSZUG für alle Menschen auf Erden-
- von der geistigen Schrift- aus dem Buch

- Bethanien-
Das Buch der Liebe -
von Prof. Franz Neuhold

Buch im Antiquariat erhältlich!



Die Hochzeit zu Kana
Im Städtchen Kana, das nicht weit von Nazareth lag, wurde im Hause der wohlhabenden Witwe Judith Hochzeit gefeiert. Das schöne weiße Haus stand in einem großen Garten; zahlreiche Feigenbäume boten mit ihrem dichten Laub angenehme Schatten gegen die heiße Sonnengut.
Unter den Vielen, zu diesem Fest von überall hergekommenen Gästen waren auch einige Schriftgelehrte, Priester und Pharisäer, die sich eifrig über die jüngsten Geschehnisse in Jerusalem und über die aufsehenerregende Person des von ihnen verneinten neuen Propheten unterhielten, dessen öffentliches Auftreten zur Verbreitung der widerspruchsvollsten Gerüchte Veranlassung gab.
Auch Jesus war mit seiner Mutter Maria und seinen Jüngern zu dieser Hochzeit eingeladen. Er kam, als die übrigen Gäste bereits schon versammelt waren.
Die gelehrten Männer des Gesetzes steckten flüsternd ihre Köpfe zusammen, als sie die aufrechte, schöne hohe Gestalt des Meisters, umgeben von den Seinen, erblickten. Sie konnten die göttliche Ausstrahlung dieses reinen Menschen nicht ertragen, weil die niederen Schwingungen ihrer verstockten Seelen von dem blendenden Licht, das von ihm ausging, zurückgedrängt wurden. Sie empfanden Angst vor ihm, wie ja das Böse stets Abscheu vor dem Guten hat, weil es vor ihm nicht bestehen und sich nicht entfalten kann. Ihre Gedanken kreisten ja immer nur um ihr geliebtes kleines Ich, dem sie ohne Bedenken das Wohl oder, wenn es sein musste, auch das Leben ihrer Mitmenschen zu opfern gewillt waren. Diese Leute des selbst gezüchteten Intellekts standen fern dem wahren Geistigen und besaßen nichts von der Herzensgüte der einfachen, schlichten Menschen, die sie in ihrer Überheblichkeit verachteten und verspotteten. Und doch erreichten sie deren seelische Hoheit nicht. Ihr Wissen war nur Schein und Trug, und ihr Herz leer und verödet. Sie glaubten Fackeln zu sein und waren Irrlichter in ihrer nur sich selbst bereiteten Finsternis, aus der es für sie keine Erlösung gab.
Unbeachtet, sie keines Blickes würdigend, schritt der Meister an Ihnen vorbei. Er wollte diesmal keine Wortgefechte mit ihnen führen, sondern sich ganz dem jungen Brautpaar widmen zu dessen Hochzeit er gekommen war.
Jesus setzte sich auf eine Sitzbank im Garten des Hauses und betrachtete lange die beiden jungen, glücklichen Menschen, die sich mit einigen der Gäste zu ihm gesellten.
Er sah in ihren hellen Augen das Feuer der Liebe, und sein Herz erfreute sich an ihrem stillen Glück. Sie hatten durch ein gütiges Geschick nach einem langen, schweren Wanderweg durch vergangene Zeiten der Trennung nun wieder zueinander gefunden, um durch die irdische Ehe in den himmlischen Bund der Zwillingsseelen zu gelangen, aus dem sie sich einst als Geistwesen in einer höheren Welt durch ihren Abfall von Gott getrennt hatten.
Er wusste, dass es für die getrennten Dualpaare vieler Ehen auf Erden bedarf, bis sie sich wieder finden und in reiner Liebe vereinigen können.
Aber er wusste auch, dass ein solches Ereignis ein großes Fest für zwei sich gefundene Zwillingsseelen bedeutet, und deshalb kam er zu dieser Hochzeit. Als er das zu seinen Füßen sitzende Brautpaar betrachtete, verklärten sich seine strahlenden Augen in himmlischer Wonne vor Freude über diese Begegnung in der grobstofflichen Welt zweier zueinander gehörender Seelen. Seine sonst etwas traurige, weiche Stimme hatte diesmal einen heiteren Klang, als er zu sprechen begann:
„Auf der Suche nach Wahrheit stößt der Mensch immer wieder auf Schwierigkeiten, weil er aus Selbstsucht und in seinem Hochmut die Wahrheit nicht erkennt. Die Natur ist voll von Geheimnissen und Wundern, die er nicht sieht. Er will das Wesen Gottes erforschen und leugnet seine Existenz. Wer in den kleinen Samen die lebensbewahrende Kraft entdeckt, hat in diesem Gesetz Gottes die größte Vollkommenheit, seine weltenerhaltende und lenkende Macht und Weisheit erkannt. Sucht nach den Gesetzen Gottes, und ihr werdet ihn selbst ahnen. So greift er in eure Herzen hinein und gemahnt euch an eure längst vergessenen Pflichten sich und euch selbst gegenüber. Von diesen Gesetzen vergeht die Maske, hinter der ihr andere und euch selbst irregeführt habt.
Das Leben des Menschen bestimmen nicht die großen, sondern die alltäglichen Dinge; aus ihnen wächst sein Glück und sein Unglück.
Solch ein Ereignis im Leben eines Menschen ist die Ehe.
Gott hat keine Männer und keine Frauen, sondern reine Geister, in deren Wesen die männlichen und die weiblichen Kräfte sich zu einem Ganzen ergänzen, geschaffen.
Eine gebende männliche und eine empfangende weibliche Kraft, vereint in einem Geist, mit einem Verstand, einem Willen und einer Liebe, in denen sich der Geist seiner Bestimmung, seines freien Willens und seiner zweiseitigen Kraft vollkommen bewusst war.
Durch den Abfall von Gott trennte sich diese vollkommene Kraft in zwei Teile.
Deshalb besitzen Mann und Frau einzeln nur die halbe Kraft, und erst die beiden zusammen bilden einen ganzen Menschen.
So wurden durch den Sündenfall aus den einstigen reinen, glücklichen Geistwesen unglückliche, in Männer und Frauen geteilte Menschen, die hier auf Erden im Laufe von vielen Erdenleben in der Ehe sich bewähren müssen, um durch Demut, Geduld und Liebe wieder in den glücklichen Urzustand von einst zu gelangen.
Die Ehe ruht daher im Gesetz des Schöpfers und ist deshalb heilig.
Wer sich gegen sie vergeht, belastet sich mit schwerer Sünde; ihre Folgen fallen auf ihn.
Es ist kein Zufall, wenn sich zwei Menschen in der Ehe begegnen.
Sie haben vielleicht Schulden aus längst vergangenen Zeiten und müssen die zwischen ihnen bestehende Disharmonie mit Liebe ausgleichen.
Wer seine Ehe auflöst, weil er seinem Ehegefährten gegenüber nicht genügend Liebe aufbringen kann, hat seine bestehende Schuld nicht beglichen und wird das Versäumte vielleicht unter viel schwereren Umständen in einem anderen Leben nachholen müssen.
Durch die Trennung sind die Zwillingsseelen immer tiefer gesunken und den Sünden verfallen. Das Gesetz wirkte weiter und den Sünden folgten Strafen. Gleichzeitig war aber auch die Gnade Gottes mächtig, weil er seinen gefallenen Kindern nicht der Vernichtung preisgeben wollte.
So entstand der Heils- und Erlösungsplan Gottes und sein Erstgeborener Sohn wurde sein Träger und Verkünder.
Die irdische Welt ist nur eine derbe Nachbildung der höheren Welten, glorreichen Welten, in denen das Gesetz der Liebe herrscht. Ihr Gesetz ist unvollkommen, wie die Wesenheiten selbst, die in ihr leben. Mann und Frau verkörpern die voneinander getrennten Duale. Die irdische Ehe ist nur ein unvollkommenes Gleichnis der einstigen Dualeinheit als Mahnung, dass das menschliche Leben nur eine Verkümmerung des geistigen Lebens ist.
Der Erdbewohner erlebt seine Kindheit, spielt sorglos in ihr, kann sich freuen und glücklich sein und kann bitterlich weinen in trostlosem Leid. Er durchträumt die Träume des Jugendalters, umhegt von vielen Hoffnungen, und sieht die Zukunft rosafarben. Er durchlebt das reife Mannesalter mit Erfüllung oder Enttäuschung seiner Hoffnungen. Dann folgt das Alter mit seinen schweren Stunden; es hat keine Hoffnungen und Wünsche mehr für ihn.
Die sich liebenden Herzen werden durch den Tod getrennt.
Mühsam arbeitet und plagt sich der Mensch während seines Lebens, und was er hier erntet, ist nur Leid und Schmerz, weil die auf Erden in Menschengestalt gefallenen Geistwesen sich nur durch Leiden läutern und in eine höhere Welt erheben können.
Jede Welt hat ihr Gesetz, und solange sich das hier lebende Geistwesen aus seinem Zustand nicht erhebt, unterliegt es dem in dieser Welt herrschenden Gesetz.
Der Sohn Gottes kam zur Erde, um die gefallenen Menschengeister zu erlösen und ihnen den Weg der Befreiung aus der Heimat des Leids zu zeigen. Er verkündet ihnen die Wahrheit, um sie aus ihrem Abgrund zu retten.
Viele hören seine Stimme, doch nur wenige folgen seinem Rat.
Ihre in der Finsternis irrenden Seelen sind von den Irrlichtern Luzifers geblendet.
Alles, was im irdischen Leben Glück und Freude bedeutet, ist dem Menschen nur als Geschenk gegeben, damit er den Sinn und das Ziel seines Lebens erkenne und sein Herz sich nicht im Leid verhärte. Diese irdischen Freuden sind aber nur kleine Abbilder der ewigen Freuden in den höheren Welten, die den dort lebenden Geistwesen zuteilwerden, die nicht so tief gesunken sind, als dass für sie eine Verkörperung auf Erden für ihre Entwicklung notwendig wäre. Dort leben auch zahlreiche Geistwesen, die die Schule des Leids als Menschen schon erfolgreich beendet haben und mitleidsvoll auf ihre auf Erden zurückgebliebenen Geschwister herabblicken.
In diesen Welten, wo der Atem des ewigen Frühlings weht, dessen Blütenduft die Herzen betäubt, herrscht unter den Geistwesen hohe Glückseligkeit. Die reinsten Ideale und die erhabenen Hoffnungen der irdischen Welt finden dort Erfüllung, um zu noch höheren und noch reineren Idealen immer näher zum göttlichen Licht zu streben.
Des Mannes Schicksal ist das Weib, und des Weibes Schicksal ist der Mann, und dennoch begegnen sie einander hochmütig und heimtückisch. Sie sind gefallene, sinnliche Geistwesen, die zur Sühne Menschengestalt angenommen haben.
Deshalb ist der Zweck der Ehe, dass sich beide Teile in Geduld und Liebe zu einer höheren Stufe entwickeln.
Die irdische Ehe ist nur ein Abbild der Dualeinheit, wie auch die irdische Welt nur ein Abbild der reineren Welten und der irdische Leib ein Abbild der Lichthülle des Geistes ist.
Doch wenn auch das Abbild unvollkommen ist, so erinnert es dennoch an das Echte, und wenn auch die irdische Ehe des Mannes und Weibes nicht voller Glück ist, so können sie durch diese Ehe, wenn sie nach den Gesetzen Gottes leben, zum echten Glück gelangen, das sie einst verloren haben. Sie trennten sich in ihrem Hochmut voneinander, doch der Vater schuf sie unzertrennlich, und so wird sie das „Gesetz der Dualliebe“ wieder vereinigen.
Die Verschmelzung dieser beiden Kräfte zu einem Wesen bildet den Zustand, der als Ausgangspunkt zur Vervollkommnung dient.
So müssen die sich getrennten, aber zusammengehörenden Dualpaare in vielen Verkörperungen durch die Schule der Ehe gehen, um sich wieder zu finden und zu einem vollkommenen Ganzen zu werden.
Es ist immer eine große Freude, wenn sich ein Dualpaar nach langer Wanderung findet, nachdem sie beide in verschiedenen Leben in der Ehe mit anderen Dualen gelernt haben, demütig und sanftmütig zu werden.
Deshalb ist die Begegnung eines Dualpaares auf Erden ein Geschenk Gottes, das als Belohnung den schon auf dem Heimweg sich befindenden Seelen gegeben wird.
In der Ehe eines zueinander gefundenen Dualpaares herrscht gegenseitiges Verständnis, reine Liebe und innigste seelische Verbundenheit.
Wehe den Menschen, die ein solches, zueinander gefundenes Dualpaar aus Neid, Habgier oder aus irgendeinem anderen Grunde trennen wollen.
Die Dualliebe ist die höchste Liebe, denn sie vereint die getrennten Zwillingsseelen miteinander und mit Gott.
So wie einst das Ausscheiden aus Zweiheit der Beginn zu Niedergang und Verfall war, so ist die Rückkehr zur Dualeinheit der erste Schritt in die Reinheit und Vollkommenheit.
Der tierische Leib macht den Menschen zum Tier, wenn sein Geist nicht im Bewusstsein seiner geistigen Beschaffenheit lebt. Gewiss, es ist schwer, dass zum tierischen Trieb herabgesunkene Gefühl rein und heilig zu machen. Aber nur durch die Reinigung und Vergeistigung seiner Gefühle kann sich der gefallene Menschengeist aus dem Sumpf seiner Sünden erheben und befreien.
Der Hochmut hat einst die Geistwesen von Gott entfernt, die Duale voneinander getrennt, und der Hochmut ist es, der den Weg zur Heimkehr erschwert. Solange eine Seele den Hochmut nicht überwindet, gibt es für sie keine Erlösung aus der Finsternis dieser niedrigen Welt.
Der Mensch wird durch seine Sünden vielseitig an diese grobstoffliche Welt gebunden.
Die Ehe ist aber ein Ort, wo er die Liebe seines Herzens zu ihrer ganzen Größe entfalten und seine Seele zu höheren und reinen Freuden emporheben kann, wodurch sich seine Fesseln von der irdischen Welt lösen und sein Geist die verlorene Freiheit erlangt.
Der Vater findet Wohlgefallen an der in reiner Liebe bestehenden Ehe und erhört immer das Gebet seiner Kinder, wenn sie in ihrer Not um seine Hilfe flehen.
Die Liebe ist der leuchtende Stern der am stürmischen Meer des Lebens kämpfenden Menschen, dessen Licht sie in den sicheren Hafen der Ruhe und des Friedens geleitet.
Die Liebe ist das unzerreißbare Band, das die Ehepartner und die Familienmitglieder miteinander verbindet und sie auf dem gemeinsam gehenden Weg zusammenhält.
Auch das schwere Los wird durch sie erleichtert und die härteste Sühne gemildert.
Der wertvollste Schatz im Leben ist die Liebe.
Bewaffnet euch deshalb, ihr Eheleute, mit Geduld und vergebt euch gegenseitig eure Fehler und Schwächen. Entzündet in eurem Herzen das Licht der Liebe und speist es mit dem Öl eures Glaubens, der auf eurem Vertrauen zu Gott beruht.
Scheuet nicht den Kampf um euer Glück, und ihr werdet sehen, dass die irdische Welt nicht so mächtig ist, wie sie zu sein vorgibt, um den Menschen besiegen und versklaven zu können, wenn er mit himmlischen Mitteln gegen sie ankämpft.
Der himmlische Vater wird die reinen Gefühle eurer Herzen segnen und in euer trautes Heim einziehen. Dies ist der einfachste und kürzeste Weg, der zu ihm zurückführt.
Wenn sich zwei liebende Seelen in voller Harmonie vereinigen, dann schließt sich immer eine Wunde am kosmischen Körper des Weltalles, die einst durch die Trennung dieser zueinander gehörenden Dualseelen entstanden war.
In der Ehe sammelt der Menschengeist Liebe. Mit ihrer Hilfe vermag er die Lieblosigkeit der äußeren Welt zu besiegen. Wenn aber die Quelle versiegt oder unfruchtbar ist, so bricht die Kraft des Widerstandes, und der Mensch unterliegt den bösen Gewalten.
Die Ehe ist ein wichtiges Mittel im geistigen Fortschritt des Menschen. Wer seinen Geist höher Entwickeln und seine Seele von den Sünden befreien will, für den ist das Eheleben notwendig und unvermeidbar.
Ohne eheliche Liebe kann er sich nur einseitig entwickeln.
Sie ist notwendig zur Entwicklung der Liebe und zur Erlangung der Tugend der Selbstaufopferung, damit die männlichen und weibliche Geistwesen zur einstigen Dualeinheit, die noch selten bei den irdischen Menschen erreicht wird, gelangen können.
Wenn aber eine Ehe nicht auf gegenseitige Liebe zweier Herzen aufgebaut wird, sondern verschiedene Interessen die Ehegefährten zueinander geführt haben, so ruht kein Segen auf ihr, und sie wird nur tiefer in den Abgrund stürzen.
Große Geduld, unerschütterlicher Glaube und festes Gottvertrauen sind erforderlich für eine glückliche Ehe, deren Fundament die reine Liebe sein muss.
Nicht die äußere Form, sondern „das Wesen der Ehe „ macht sie zu einem wertvollen Hort der Entwicklung eines Menschenpaares.
In der Ehe erfüllt sich durch die Geburt der Kinder die wichtigste Aufgabe des Heils- und Erlösungsplanes der gefallenen Geistwesen, denen durch sich wiederholenden Verkörperungen als irdische Menschen die Möglichkeit zur Reinigung und Entwicklung gegeben wird, um in eine höhere Welt aufsteigen zu können.
Die Kinder sind deshalb kein Eigentum ihrer Eltern, sondern selbständige Geistwesen, die in einem vorherigen Erdenleben vielleicht Brüder oder Schwestern oder sogar selbst Eltern ihrer jetzigen Eltern waren.
Die Eltern sind nur das irdische Werkzeug in der Hand Gottes, wodurch den auf Wiedergeburt wartenden Geistwesen die irdische Hülle gegeben wird, damit sie in der Lebensschule auf Erden ihre durch den Tod unterbrochene Entwicklung bis zum vollkommenen Menschen fortsetzen können.
Der wiedergeborene Menschengeist kann sich an seine Vergangenheit nicht mehr erinnern, damit er nicht unter dem Einfluss dieser Vergangenheit steht. Sonst würde er unter der Last seiner begangenen Sünden zusammenbrechen und hätte nicht den Mut, ein neues Erdenleben zu beginnen oder er würde durch das Wissen seiner Verdienste aus früheren Verkörperungen in Hochmut verfallen und würde nicht die Kraft aufbringen können, die zur Erfüllung seiner Pflichten notwendig ist, in seinem, vielleicht schwereren neuen Erdenleben, das er im Interesse seiner höheren Entwicklung oder aus Opferbereitschaft für andere Menschen freiwillig übernommen hat.
Der Vater im Himmel ist die vollkommene Liebe und deshalb verstieß er nicht seine ungehorsamen Kinder in die ewige Verdammnis, sondern schuf den Heils- und Erlösungsplan zu ihrer Befreiung.
Durch das „Gesetz der Ursache und Wirkung“ kann jedes gefallene Geistwesen den Weg der Sühne und Läuterung beschreiten, um sich auf eine höhere Stufe zu erheben.
Gott straft nie. Der Menschengeist straft sich selbst durch seine Taten, die er gegen das Gesetz begeht.
Wer Liebe spendet, wird auch Liebe zurückerhalten.
Wer aber Hass sät, kann nur Hass ernten.
Gott ist gerecht und niemand kann „sein Gesetz“ umgehen!
Die bösen Taten können durch falsche Scheinheiligkeiten niemals verhüllt werden, wie auch die geheimsten Gedanken nicht verborgen bleiben.
Wer nicht die Flamme der Liebe in seinem Herzen entzündet und alle Menschen als seine Geschwister betrachtet, vermag nicht in das Reich Gottes einzugehen.
Den Lieblosen bleibt das Tor des Himmels verschlossen. ´
Den Unbarmherzigen wird Unbarmherzigkeit widerfahren.
Aber die Barmherzigen werden die Barmherzigkeit Gottes kennenlernen.
Wahrlich, ich sage euch, erzieht eure Kinder in Gottesfurcht zu wahrhaften und liebevollen Menschen und vergesst nicht, dass sie seelisch eure Geschwister sind und euch im Geiste sogar noch überlegen sein können.
Das irdische Auge kann die Ausstrahlung des Geistes nicht sehen, und so kann der Mensch die Geisteshöhe seiner Mitmenschen nicht feststellen. Deshalb soll er nie über andere urteilen, denn in die Herzen kann allein nur Gott blicken.
Er kann in der goldenen Wiege eines königlichen Schlosses der Geist eines seelischen Krüppels ruhen, und in dem in Lumpen gehüllten Bettlerkind kann ein königlicher Geist wohnen.
Der Mensch kommt als büßendes Geistwesen zur Erde, wo ihm zur Tilgung seiner Sünden und zur Reinigung seiner Seele Gelegenheit geboten wird.
Jeder Menschengeist wird in seinem irdischen Leben von einem Schutzgeist begleitet, dessen Stimme er im tiefsten Inneren seiner Seele stets wahrnehmen kann.
Folgt der Mensch dem guten Rat seines Gewissens, so wird er stets das Richtige tun.
Hört er aber auf die Verlockungen des Bösen, so kann er geistig auf eine noch tiefere Stufe sinken, als er vor seiner letzten Geburt stand.
Das Erdenleben bietet dem Menschengeist viele Hilfen zum Aufstieg, es lauern aber auch zahlreiche Gefahren in den Absturz.
Die Verantwortung der Eltern für die Erziehung ihrer Kinder ist deshalb sehr groß, und niemand kann sich seiner hieraus erwachsenden Pflichten entziehen.
Die Mutterschaft ist die wertvollste und schönste Zierde der Frauen, mit der sie ihre Seele schmücken können, wenn sie die Aufgabe gewissenhaft erfüllen.
Die Mutter hat die selbstlose Liebe auf Erden. Gott segnete das Weib mit diesem Gefühl umso mehr, als sie als Trägerin des irdischen Lebens der Menschheit Licht und Wärme spenden kann und auch der niedrigste Menschengeist die Mutterliebe nicht vermissen und dieses göttlichen Geschenks teilhaftig werden soll.
Die Mutterliebe erzeugt die süßesten Freuden der irdischen Frau, aber auch den bitteren Kummer, wenn sie in dieser Liebe enttäuscht wird.
Die schönste Aufgabe haben die Mütter von Gott erhalten, weil in ihre Hände nicht nur das leibliche Wohl, sondern auch die seelische Gestaltung ihrer Kinder gelegt wird.
Beachtet aber, ihr Mütter, das Kind niemals als euer Eigentum, sondern als ein Geschenk des Himmels; Gott vertraute es euch an, damit euer Herz sich in selbstloser reiner Liebe entzünde, eure Seele sich veredle und durch die Liebe zu der Höhe gelange, wohin er euch am Tage der Schöpfung gestellt hat.
Ihr müsst das Licht der Erde sein, dass in der Finsternis den zum Himmel führenden Weg erleuchtet und eure Kinder vor dem Sturz in den Abgrund der Sünde bewahrt.
Die Frau kann durch Ihre Sanftmut auch den stolzesten und eigensinnigsten Mann zur Vernunft bringen und so auf den Weg der Rückkehr zu Gott führen.
Das Leben des Menschengeistes auf Erden im tierischen Leib dient der Sühne für die Fehler, die er als verantwortungsbewusstes Geistwesen begangen hat.
Dem Menschen obliegen zweierlei Pflichten. Er muss das Gesetz des Lebens und des Geistes erfüllen. Doch darf er nie vergessen, dass der Leib nur der Diener des Geistes ist. Denn alles hat dem Geist zu dienen, und alles muss vergeistigt werden.
Gott will nicht in die blutenden Menschenherzen Wehtropfen, aber der den Geist aufrichtende Schmerz und das den Glauben befruchtende Leid gereichen immer zum Segen des geprüften Menschengeistes, wenn sie in unerschütterlichem Vertrauen zu Gott demütig ertragen werden.
Beklagt nie den Tag, der euch neue Sorgen und Mühsal bringt, denn morgen wird heute schon gestern sein und die Zukunft liegt immer in Gottes Hand.
Für den gefallenen Menschengeist gibt es keinen anderen Weg der Erlösung als den des Leids.
Doch Gott erleichtert den Weg seiner heimstrebenden Kinder, und seine Gnade lindert den Schmerz. Für das duldsame Ertragen erwartet sie der Lohn des Himmelreiches.
Das Familienleben muss auf der Liebe und Harmonie aufgebaut sein, und die leibliche und geistige Erziehung der Kinder gehört zu den heiligen und wichtigsten Aufgaben der Eltern. Die gegenseitige Liebe der Eltern findet fruchtbaren Boden in den Herzen der Kinder, in denen sie die schönsten Blumen der Dankbarkeit zum Erblühen bringt.
Die Eltern tragen vor Gott die Verantwortung dafür, dass in der Seele ihrer Kinder die edlen Regungen zur Entfaltung kommen, damit sie dann später als erwachsene Menschen, wenn die Prüfungen des Lebens und die Verlockungen des Bösen an sie herantreten, ihren Lebenskampf siegreich bestehen.
Die Neigungen des Kindes verraten den geistigen Grad seines Wesens und spiegeln die Reinheit seiner Seele wider.
Die Eltern können daraus ersehen, wo und wie sie mit ihrer Erziehung beginnen müssen; weder harte Strenge noch schwache Nachsichtigkeit führen zum Ziel. Das heranwachsende Kind benötigt eine liebevoll, aber feste Führung. Die schlechten Triebe der Seele müssen zeitgerecht gestutzt, und die edlen, schönen und guten Gedanken gehegt und befreit werden.
Die körperliche Erziehung dauert nur für ein vergängliches Erdenleben, die geistige aber für die Ewigkeit. Die Mühe trägt reiche Früchte für die Seele, die nicht nur dem Kinde selbst, sondern auch den Eltern, Geschwistern, Verwandten und Mitmenschen zugutekommen.
Wenn nicht nur das äußere Gesetz und die gemeinsamen Interessen die Familienangehörigen verbinden, sondern das Gesetz Gottes, die selbstlose Liebe, der tiefe Glaube sie zu einer unzertrennlichen geschwisterlichen Gemeinschaft vereint, dann werden Leid und Unglück verschwinden. Es wird keine treulosen Eheleute, pflichtvergessene Eltern, schlechte Kinder, falsche Freunde, neidische Verwandte und feindselige Mitmenschen geben.
Es gibt einige unter euch, die sich für sehr gelehrt halten und von der Wahrheit dennoch weit entfernt sind, weil ihnen die seelischen Organe fehlen.
Nicht das kalte, berechnende Wissen eines scharfen Gehirns, sondern die warme mitfühlende Güte des edlen Herzens bestimmt allein den Wert eines Menschen. Wissen ist noch nicht Weisheit, denn Weisheit kommt von der Erkenntnis, die aus der Liebe quillt. Wissen aber ist nur gesammelte Kenntnis, die auch zu bösen Taten missbraucht werden und satanischen Zwecken dienen kann. Der weise Mensch lebt in der Liebe und alle seine Taten und Gedanken sind von Ihr durchströmt. In der Offenherzigkeit gelangte er zur Erkenntnis der Wahrheit, die dem Selbstsüchtigen verborgen bleiben muss.
Je höher und reiner die Seele eines Menschen schwingt, umso reiner sind seine Erkenntnisse. Die Seele auf niederer Ebene kann die feineren Schwingungen nicht aufnehmen, weil deren grobe Saiten durch die zarten Töne der höheren Sphären nicht erregt werden.
Deshalb muss die Erziehung der Seele des Kindes nach dem wahren Sinn des Lebens erfolgen. Nur so wird die kommende Menschheit ein schöneres, reineres und glücklicheres Leben führen, und die verkörperten Geistwesen werden sich rascher ihren freien, reinen Geschwistern nähern, die von ihren Sünden befreit, der göttlichen Weisheit und der wahren Glückseligkeit entgegengehen.
Diese Erde ist keine Welt des vollkommenen Glücks, sondern eine Welt der Läuterung und Bewährung. Für die Belohnung der Menschen edlen Herzens, die diese Prüfungen auf Erden bestanden haben, hat Gott höhere und schönere Welten geschaffen.
Die Ehe verhilft den getrennten Dualseelen zu ihrer Annäherung und Wiedervereinigung. Die duldsamen Ehegefährten gelangen nach gegenseitiger Vergebung ihrer Fehler durch das ausgleichende Gesetz immer näher zu dem Ziel. Auf dem Weg werden die Fehler stets geringer, bis sich endlich jeder Teil mit seiner Zwillingsseele vereint und als vollständiges Geistwesen seiner höheren Entwicklung zustrebt.
Meine geliebten Kinder, erfüllt eure Pflichten gegen euch selbst, da die Reinigung und Veredelung eurer Seelen eure wichtigste Aufgabe ist.
Erfüllt aber auch eure Pflichten gegeneinander als Eheleute, als Eltern, als Kinder und als Menschen. Die Liebe bestimmt eure Taten und Handlungen und sie leite jeden Schritt eures Lebens, dann wird euch in euren Erwartungen keine Enttäuschung widerfahren, denn die Gnade Gottes wird euch das Tor des Himmels öffnen.
Es ist schwer für den an die irdische Scholle gebundenen Menschengeist, sich zu erheben und in seinem irdischen Körper geistiges Leben zu führen. Wer aber den Weg der Liebe beschreitet, kann alle Schwierigkeiten überwinden und gelangt sicher zum Ziel. Blickt immer auch nach innen und nie nach außen. Draußen in der Welt des Scheins leben die Menschen nur für den Schein und vertauschen für das vergängliche Äußere das ewige Innere, das Wahre für den Wahn.
Seht doch, ist denn nicht alles Lüge und Betrug, was glänzt und flimmert in der Welt? Ist denn nicht vieles Sünde, was sich als Tugend zeigt und ausgibt?
Die wahre Tugend liegt im Inneren des Herzens verborgen und trägt sich nie zur Schau. Und der reine Mensch verkündet von sich niemals, dass er reiner ist als die anderen, die sich im Schlamm ihrer Sünden wälzen. Er leuchtet nur still und ergeben wie das Licht, das die Finsternis der Nacht verscheucht, ohne sich dessen laut zu rühmen.
„Lasst eure Herzen mit Liebe erfüllen und spendet davon mehr und mehr euren Angehörigen und euren Mitmenschen, bis die ganze Welt zu einem wogenden Lichtmeer der Liebe wird, das mit seinen geistigen Wellen alles überflutet und durchdringt!“
Der Meister hatte seine Worte beendet und erhob sich von der Steinbank, unter dem Feigenbaum. Er blickte schweigend auf die vielen Menschen, die seinen Worten ergriffen, gelauscht hatten. Ihre Seelen wurden in ferne Regionen getragen.
Auch die anwesenden Schriftgelehrten, die ihm zugehört hatten, fanden keine Worte.
Das aus ihm strömende „Fluid der Liebe“, hielt sie alle in seinen Bann.
Nach der kultischen Handlung begann das eigentliche Hochzeitsfest mit Gesang und Tanz. Viele Speisen wurden auf Holztellern gereicht, und der gewürzte Wein wurde aus Metallbechern getrunken.
Bald war der Wein verzehrt und die Krüge standen leer. Der Meister bemerkte die Verlegenheit der Gastgeber und wies die Diener an, die sechs steinernen Wasserkrüge mit reinem Wasser zu füllen. Dann verblieb er einige Augenblicke in völliger Ruhe im Gebet versunken und segnete die Krüge. In diesem Augenblick verwandelte sich das Wasser in Wein, weil er durch seine in ihm wohnende göttliche Kraft die Zusammensetzung der Materie änderte.
Er gebot ja frei über den Urstoff, aus dem einst alle Stoffe entstanden sind. Am Anfang der Zeiten war nur der Geist. Durch ihn entstand die Energie, und aus ihr die Materie. Die Naturgesetze, die Gott geschaffen hat, gehorchten seinem Willen. Für ihn war dies Wunder nur eine kleine Tat der Umwandlung eines Stoffes in einen anderen in rascherem Geschehen, als es sich unter normalen Umständen in der Natur vollzieht.
Die ägyptischen Magier konnten auch solche Wunder vollbringen. Seine Tat unterschied sich jedoch von jenen in der Art des Vollzugs. Er brauchte nicht Hilfe fremder Kräfte in Anspruch zu nehmen, denn er war selbst die Quelle, aus der alles entsprungen ist.
Er übernahm freiwillig aus Liebe zu den gefallenen Geistwesen, die dem Zwang der Wiederverkörperung unterstehen, die Menschwerdung mit all den damit verbundenen Qualen, die für seinen göttlichen Geist auf einer so niederen Ebene des Lebens, wie sie die Erde darstellt, entstehen mussten. Seine Erlösungsbereitschaft ruhte in der grenzenlosen Liebe seines göttlichen Wesens. Deshalb musste er kommen, um sich selbst zu gehorchen und das Werk der Erlösung zu vollbringen.
Obwohl viele unter den Menschen, zu denen er kam, von der Reinheit seiner Menschlichkeit und von dem Licht seines Geistes ergriffen waren, konnten sie ihn auf ihrer niedrigen Lebensebene nicht in seiner ganzen Größe erkennen, und seine Opfertat der Menschwerdung blieb unverstanden. Es mangelte ihnen an Liebe, um die höhere Liebe selbst begreifen zu können. Und dennoch liebten sie ihn auf ihre Art, weil sie sich von seiner Liebe angezogen fühlten.
Er wollte mit diesem Wunder seine göttliche Sendung bekunden und diesem, ihm so liebenden Hochzeitspaare dienen.
Er gehörte nicht zu den Meistern, die ihr Wissen und ihre Kenntnisse im Laufe der Zeit durch lange Erfahrungen erworben haben. Er war als vollkommener Geist aus der Gottheit hervorgegangen und wurde als einziger unter den Menschen mit vollkommener Seele geboren. Sein Wissen stammte nicht aus den durch Erfahrungen gesammelten Kenntnissen, sondern floss aus dem Strome einer Urweisheit und Liebe, die aus der ewigen Quelle dieses unversiegbaren Stromes der göttlichen Liebe und Weisheit hervorging.
Alle anderen Geistwesen entstanden nach ihm und durch ihn.
So war und bleibt er ewig eins mit Gott, Er, der Erste.
Als er von seiner Mutter und seinen Jüngern begleitet das Hochzeitshaus in Kana verließ, folgten ihm die liebevollen Blicke der Hochzeitsgäste.
Nur die von seinen Worten unberührten Pharisäer blickten ihm argwöhnisch und hasserfüllt nach. Sie konnten ihm nicht verzeihen, dass er anders war als sie.
Die Verkünder der Wahrheit werden immer verfolgt und gehasst von denen, die von Unwahrheit ihr vergängliches Scheindasein fristen.
Im Hochzeitshaus tanzten und sangen die Gäste bis spät in die Nacht.
Auf der Straße nach Nazareth ging schweigsam der Meister neben seiner geliebten Mutter. Sie stützte sich auf seinen Arm. In seiner Seele tauchten die Erinnerungen an seine Kindheit in der geliebten Heimatstadt auf, wohin ihn jetzt seine Schritte führten.
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