SCHÖPFUNGSGEHEIMNISSE

Kundgaben über Dinge der Natur

- Kapitel 17 -


 

27. Februar 1871

 
   
2  
3  
4  
5  
6
,,Je größer der Lump, je größer das Glück!" oder: ,,Die großen Diebe läßt man laufen, und die kleinen hängt man"; oder wie im ehelichen Leben: ,,Mann und Weib sind ein Leib, aber nicht ein Magen!", wo der Mensch dann stets mehr fühlt, daß von den so schön geschriebenen Worten auf dieser Erde sich keines erfüllt, wie von der Wiege an Krankheiten dem jungen Leben drohen, mehr erwachsen, die moralischen Versuchungen zum Laster und zu allerlei Untugenden reizen; wenn er sieht, wie im Jünglingsalter, wo die schönsten Blumen blühen möchten, um den Lenz des physischen Lebens zu einem paradiesischen Garten umzugestalten, wenn er sieht, daß gerade dort die harte, erbarmungslose Hand der Welt alle diese Blumen knickt, damit sie verwelken, um nie wieder aufzustehen; wenn er sieht, wie dort alle Laster des berechnenden Verstandes blühen und von der Masse gerechtfertigt werden; wenn er sieht, wie einer auf den Schultern des andern emporsteigen möchte, wie ein jeder nur ans Herrschen, aber nicht ans Gehorchen denkt; wenn er sieht, wie alles nur ums Wohlleben und um die Befriedigung der menschlich-irdischen Bedürfnisse sich gegenseitig bekämpft und abplagt; wenn er sieht, daß je weiter man hinauf kommt in die höheren Kreise der menschlichen Gesellschaft, dort oben oft das eine Tugend ist, was bei den niederen Ständen ein Laster genannt wird; wenn er sieht, daß, will man in solch einer Welt fortkommen und sein Brot in Ruhe verzehren, wie ihr sagt, ,,man mit den Wölfen heulen muß" und alle sonstigen, edlen und schönen Grundsätze des Knaben- und Jünglingsalters über Bord geworfen werden müssen, wenn man nicht vor Hunger sterben oder als Narr vor der Welt erklärt werden will; wenn er endlich sieht, daß, ist ein Familienkreis gegründet, die Sorgen in seiner eigenen Kindheit, welche er dort seinen Eltern unbewußt bereitete, nun an ihn selbst herantreten, sich auch bei ihm fühlbar anmelden; wenn er dann sieht, wie ein mit großer Sorge, Kummer und Furcht erzogenes Kind durch Krankheit, später durch Entartung oder gar durch den Tod ihm entrissen wird; wenn er sieht, wie er oft nach allem, was er für seine Kinder tut, von ihnen nicht die geringste Anerkennung seiner Opfer, nicht einen Dankesblick, nicht ein Dankeswort empfängt; wenn er sieht, wie da der Sohn, dort die Tochter nur wartet, bis der Tod ihn aus der Welt schafft, damit der eine oder die andere das Erbe ungestört genießen könne, das er im Schweiße des Angesichts und auch manchmal nicht gerade auf ganz rechtlichem Wege gesammelt hat, weil er dabei dachte: ,,Der Zweck heiligt die Mittel!" Und wenn er so nun selbst dem Greisenalter näher gerückt ist, wenn seine physischen Kräfte und Fakultäten (Fähigkeiten) abnehmen, wenn Krankheiten sich einstellen (oft Folgen früherer Verirrungen), wenn er dann sieht, daß er, unbehilflich, den andern stets mehr zur Last fallen muß und so langsam dem Grabe entgegengeht, welches er fürchtet, weil es ein ihm unbekanntes Land bedeckt, indem es materiell sein Zunichtewerden, seine gänzliche Auflösung zu sein scheint; - - - usw. - - -
 
7  
8  
9  
10  
11  
12  
13  
14  
15  
16  
17  
18  
19  
20  
21  
22  
23  
24  
25  
26  
27  
28  
29  
30  
31  
32  
33  
34  
35  
36  
37  
38  
39  
40  
41  
42  
43  
44  
45  
46  
47  
48