DER SATURN

Darstellung dieses Planeten samt Ring und Monden und seiner Lebewesen

- Kapitel 7 -


   
2  
3  
4  
5  
6  
7  
8
Eine Gattung der dortigen Gebirgskräuter muß Ich noch etwas näher erwähnen! - Dieses Kraut wird dort Hellatharianga genannt, welches soviel heißt wie die ,,tausendblätterige Goldstaude" Dieses Kraut wächst dort unmittelbar auf blanken Felsen, und der Stiel hat nicht selten eine Höhe von drei bis vier Klaftern. An dem Stiel stehen in einem schneckenartigen Gewinde um die Staude im Durchschnitt gewöhnlich tausend hellrote Blätter hinaus, deren Gestalt eine länglich eiförmige ist, und die nicht selten fünf bis sechs Schuh lang und zwei, manchmal auch drei Schuh breit sind. An den Kanten der Blätter laufen spannenlange Spitzen hinaus, und zwar so, daß vom Blattstiel bis zu dessen Ende regelmäßig hundert zu stehen kommen, und somit an beiden Seiten des Blattes zweihundert. Diese Spitzen sind von ganz dunkelblauer Farbe, dem Stachelende zu immer lichter; und jene Spitze, welche am Ende der Mittelzeile am längsten ausläuft, hat vorne ein Stachelbündel, das ebenso rot ist wie das Blatt selbst. Die obere Seite des Blattes sieht aus wie bei euch ein rotglühendes Eisen oder auch eine angeblasene Kohle und gibt auch wirklich einen solchen Feuerglanz von sich. Die untere Seite des Blattes aber ist behängt mit halbspannenlangen Haaren, welche vom Blatt aus alle Farben des Regenbogens zeigen, so daß man dadurch unter einem jeden Blatt schon in einiger Entfernung einen schimmernden Regenbogen entdeckt, dessen Pracht natürlicherweise bei der Annäherung zunehmen muß, weil der Farbenglanz immer konzentrierter auf das Auge fällt. Der Stiel oder Stamm der Pflanze sieht aus wie matt poliertes Gold und erhebt sich über die Sphäre der Blätter oft noch eine halbe Klafter hoch, an welchem (Stammteile) dann mehrere schon ausgeblühte Blumen und noch immerwährend nachwachsende und nachtreibende Knospen hervortreten.
 
9  
10  
11  
12  
13  
14  
15  
16  
17  
18  
19  
20  
21  
22  
23  
24  
25  
26  
27