DER SATURN

Darstellung dieses Planeten samt Ring und Monden und seiner Lebewesen

- Kapitel 29 -


   
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Wenn ihr z.B. über ein flach gehobeltes Brett eine Saite spannt und schlagt dieselbe an, so wird die Saite allzeit einen Ton von bestimmbarer Höhe oder Tiefe geben. Spannt ihr die Saite mehr und mehr, so wird der Ton intensiver oder, wie ihr zu sagen pflegt, höher. Je weniger aber die Saite gespannt wird, desto tiefer wird auch der Ton. Was ist da wohl die Ursache der tönenden Wirkung? Ihr könnt durchaus keine andere finden und angeben, als das Brett und die über demselben gespannte Saite. So oft ihr nun diese Ursache erneuert, so oft auch werdet ihr immer dieselbe Wirkung haben. Die Änderungen in der Höhe und der Tiefe machen hier durchaus keinen Unterschied. Denn Ton bleibt Ton, ob er ein hoher oder ein tiefer ist. Ihr werdet hier freilich wohl fragen, was da eigentlich den Ton bewirkt - ob das glattgehobelte Brett oder ob die Saite? - Und Ich sage euch, weder das Brett allein für sich, noch die Saite allein für sich, sondern beide also gemeinschaftlich, daß das gehobelte Brett als ein zusammenhängendes Ganzes alle nur denkbaren Formen zur Bildung des Tones in der allzeitigen Bereitschaft hat. Die über demselben sich schwingende Saite aber ruft diese Formen voneinander wohl unterscheidbar hervor. Und so ist das gehobelte Brett der Inhalt aller denkbaren Tonformen. Die darüber gespannte Saite aber ist da, um dieselben zu wecken und sie dann in die vernehmbare Erscheinlichkeit überzuführen. Damit aber solches möglich ist, muß zwischen dem gehobelten Brett und der Saite eine unleugbare Harmonie obwalten.
 
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