VON DER HÖLLE BIS ZUM HIMMEL
DIE JENSEITIGE FÜHRUNG DES ROBERT BLUM
BAND 2

- Kapitel 154 -


   
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Sage Ich: ,,Mein lieber Ludwig, dieses Vergnügen kann Ich dir sehr leicht gewähren! Gehe hin an die Rückseite dieses Grabmals, wo du eine runde Öffnung finden wirst, dort sieh hinein, und du wirst sogleich im klaren sein!" - Der Graf Ludwig Bathianyi tritt sogleich hinter das Grabmal und entdeckt die Öffnung. Er beugt sich nieder und richtet seine Blicke fest durch die Öffnung in das Innere des Grabes. Nach einer kurzen Weile spricht er ganz erstaunt über den Befund: ,,Oh, das ist ja im höchsten Grade frappant! Ein äußerst schmutziger Affe größter Art, ganz mit zerzausten Pfauenfedern behangen, spaziert in einem Saale auf und ab, legt öfter einen Finger auf die Nase und bald wieder auf die sehr niedere Stirne, dieselbe ein wenig philosophisch reibend. Und dort auf einem Ruhebette kauern etwa sieben oder acht etwas kleinere, höchstwahrscheinlich weibliche Affen und wispeln sich gegenseitig etwas ins Ohr. Nun aber spricht der große Affe mit kreischender Stimme: ,Ja, ja, Russen und Türken taugen nicht füreinander! Der Böhm hat sie schon beim Schopf. Hintendrein kommen die Engländer und Franzosen und werden dem Russen zeigen, wie weit's von Europa nach Sibirien ist! Und 's liebe Österreich wird zu einem Abwischfetzen und wird am Ende tanzen müssen, wie's die andern haben wollen. Hahahaha, das geht jetzt grad so, wie ich mir's g'wunsch'n hab! O ihr armen Deutschen, ihr dummen Slaven, ihr welschen Esel und ihr ungarischen Ochsen! G'schieht euch ganz recht, daß ihr alle miteinander englisch, französisch und türkisch werdet! Denn ihr habt's ja so g'handelt und habt es so hab'n woll'n! O ihr Hauptviecher! Im Parlament habt's nicht einig werden können, aber am Galgen der allgemeinen Armut und Verzweiflung werd't ihr euch dann vereinen können! Nun g'schieht's euch recht, ihr welschen, deutschen, ungarischen und slavischen Rindviecher! Hahaha! Mi geht's zwar nix mehr an, denn ich bin versorgt. Aber a Freud hab ich ganz unsinnig, daß es jetzt so kommt, wie i's mir auf der Welt oft gedacht hab!`"
 
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