VON DER HÖLLE BIS ZUM HIMMEL
DIE JENSEITIGE FÜHRUNG DES ROBERT BLUM
BAND 1

- Kapitel 90 -


   
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Da bemerke ich soeben ein Häuflein Menschen, die nahe ganz zertreten sind und aus vielen Wunden bluten. Diese bewegen sich zum Thron hin und wollen den König um Einsichtnahme ihrer Gesuche und um Abhilfe von solchen Bedrückungen bitten. Es wird dem König gemeldet, und dieser spricht zu seinen Dienern: ,Bei eurem Leben, daß mir keine solche gemeinste Person vor den Thron kommt!` - Und die Diener sagen zu den Hilfesuchenden: ,Der König ist beschäftigt, weshalb niemand vorgelassen werden kann. Ihr sollt zu seinen Beamten gehen und ihnen euer Anliegen kundtun und diese werden darnach ihres Amtes walten!` - Da sprechen die Hilfesuchenden: ,Aber über diese wollen wir ja eben beim König Klage führen! Denn sie sind es ja, die uns so schmählich zertreten!` - Da spricht ein Königsdiener: ,So! Ja, das ist freilich etwas anderes! Geht jetzt nur ruhig nach Hause und lasset das Weitere uns über; wir werden die Sache schon machen! Aber eure Namen und euren Aufenthaltsort müsset ihr mir getreu angeben, sonst wüßten wir ja nicht, wem und wo wir helfen sollen!` - Die Armen geben dem Diener ihre Schriften, und dieser empfängt sie wie mit einem rechten Wohlwollen. Als aber die Armen sich wieder entfernen in der besten Meinung, daß ihnen geholfen werde, wird sogleich ein Eilbote an die Beamten abgesendet mit der Weisung, benannte Untertanen, die noch Kraft genug besäßen, um zum Throne klagen zu gehen, noch mehr zu zertreten. Und siehe, es wird daheim nun getreulich befolgt, was des Königs erster Diener befahl! - Ah, das ist aber doch zu elend und niederträchtig! - Der Diener berichtet nun solches dem König, und dieser belobt ihn sehr und erteilt ihm einen Orden.
 
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