VON DER HÖLLE BIS ZUM HIMMEL
DIE JENSEITIGE FÜHRUNG DES ROBERT BLUM
BAND 1

- Kapitel 141 -


   
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Spricht der Graf: ,,Mein lieber Cyprian, so wohlfeil wird der ,Graf` nicht verkauft. Dieser Freund, der sehr weise zu sein scheint, hat so etwas von mir noch nicht verlangt. Und so er's verlangt hätte, fragt sich's, ob ich seinem Begehren sogleich gewillfahrt hätte. Denn das Geschlecht der Bathianyi ist sehr alt, verstehen Sie das?" - Spricht der Franziskaner: ,,O ja!" - Spricht der Graf: ,,Bleiben Sie, was Sie sind, und ich, was ich bin! Was geniert Sie das, ob ich ein Graf oder kein Graf bin? Hat es denn nicht auch sehr fromme Grafen, Fürsten und Herzöge gegeben? Oder kann man als ein Graf Gott nicht ebensogut lieben? Ich glaube, die feine Bildung eines Kavaliers wird für eine reine Liebe doch fähiger sein als die eines gemeinen Stallbesens! Gott müßte nicht vollkommen sein, so Er am Unvollkommenen ein größeres Wohlgefallen hätte. Warum werden denn sogar im Himmel die vollkommensten Engel ,Erzengel` genannt? Auch nennt man sie ,Fürsten des Lichts` und ,Herolde der Macht Gottes`! - Es hat also schon den erstgeschaffenen Geistern Gott Selbst eine bestimmte Rangordnung gestellt, die Er sogar unter den Weltkörpern, Bergen, Meeren, Pflanzen und Tieren genau beobachtet. Und zwar so, daß sich gegenseitig wohl alles dienen muß. Dessenungeachtet bleibt die Sonne fortan Sonne und kann zu keinem gemeinen Planeten herabgezogen werden, und der Chimborasso bleibt Chimborasso und kann zu keinem Maulwurfhügel herabgedrückt werden. Zwischen einem Amazonenstrom und einem Bächlein wird hoffentlich auch ein merklicher Unterschied sein.
 
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