VON DER HÖLLE BIS ZUM HIMMEL
DIE JENSEITIGE FÜHRUNG DES ROBERT BLUM
BAND 1

- Kapitel 109 -


   
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Als ich auf der Erde noch als zarter und gottesfürchtiger Knabe mich im Hause meiner frommen Eltern aufhielt, da hatte ich allerlei herrliche Gesichte. Ja es war mir manchmal, so ich mein Morgen- oder Abendgebet verrichtete, als umschwebten mich Engelsgestalten, die mich stärkten und in meiner Brust so ein himmlisches Gefühl erweckten, daß es mir dabei gar nicht selten vorkam, als befände ich mich schon in irgendeinem Eden Gottes. So hatte ich auch in dieser Lebensperiode oft wunderbar herrliche und bedeutungsreiche Träume, daß ich manchmal daraus sogar kommende Ereignisse für den Kreis unserer Verwandtschaft weissagte. - Als ich aber nachher als erwachsener Jüngling aus dem väterlichen Hause kam und stets mehr und mehr Geschmack an der Welt fand, war es mit meinen himmlischen Gesichten bald aus. Meine lustigen Freunde disputierten mir alles bei Butz und Stengel weg und machten mir meine Jugend lächerlich und fad, so daß ich mich am Ende derselben förmlich zu schämen anfing. Und so ging ich mit Riesenschritten in die lustige Welt über, wurde am Ende ganz grob materiell sinnlich und hatte von allen meinen herrlichen Knabengesichten kaum noch eine Erinnerung. - Erst in meiner letzten Zeit bekam ich manchmal gewisse Mahnungen, die ich aber leider auch nicht eher würdigte, als bis es wahrhaftig zu spät war. Nun erst sehe ich alles ein, wie alle diese Geschichten an mir sich bestätigt haben - und warum! - Aber hier läßt sich daraus freilich sehr wenig oder auch wohl gar nichts mehr machen; denn hier kommt es nun bloß darauf an, welche Beschaffenheit das arme Herz der Seele anzunehmen noch irgendeine schwache Fähigkeit besitzt. Ist es noch einer reineren Erkenntnis und eines besseren Willens fähig, so ist es gut für uns. Ist aber das Herz, wie man zu sagen pflegt, ein Luder, so ist alles dann ein Luder. Aus dieser getreuesten Beschreibung meines höchsteigenen miserablen Lebens, wie es sich entwickelte und gestaltete, könnt ihr alle nun überdeutlich abnehmen, woher es so ganz eigentlich kommt, daß ihr hier in geistiger Hinsicht noch völlig blind seid. - Wendet euch aber nun vollernstlich an den Herrn Jesus in euren Herzen, und bittet Ihn allein um das rechte Licht, und es wird und muß euch Licht werden!"
 
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