HIMMELSGABEN - BAND 3

Worte aus der Höhe der Höhen, neben den großen Werken der Neuoffenbarung

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Drei Worte: Stehe, gehe, falle


 

13. Dezember 1848.

 
 
O Herr! Dem A. H. W. kamen gestern morgen beim Erwachen plötzlich, als er an K. F. J. dachte, die drei Worte in den Sinn: Stehe, gehe, falle! Da wir sie nicht zu deuten wissen, so bitten wir Dich, o heiligster Vater, daß Du uns darüber, so es Deinem heiligsten Willen nicht zuwider wäre, ein kleines Lichtlein geben wollest!
 
1
So schreibe! - An dem Trilogon liegt eben nicht gar soviel, als ihr es meinet, da es einen ganz naturgemäß richtigen Erscheinungszustand ausdrückt, der wohl jedem Menschen zuteil werden kann, so er diesem ganz natürlichen Trilogon gemäß handelt.
 
2
Wisset ihr denn nicht, daß Ich jedem Menschen durch ein und dasselbe Gebot der Liebe auch eine und dieselbe endliche Bestimmung gestellt habe und habe ihm somit auch ein und dasselbe unwandelbare Ziel gesetzt, das er einzig und allein zu verfolgen, zu erreichen und endlich fest zu ergreifen und für ewig in den vollsten Empfang zu nehmen hat? - Ich meine, das dürfte euch ohne weitere Erläuterung klar sein. Nun aber, so jemand - sei er irdisch ein Bettler oder ein Kaiser - das Ziel wohl kennt, es eine Zeitlang verfolgt und dann aber, da er an dasselbe kommt, vor ihm stehenbleibt und es nicht ergreift, als ob es ihn gereuete, daß er es erreicht hat - der fällt, weil er vor dem Ziele stehenbleibt und es nicht ergreift.
 
3
Der aber ist es, der da stehet, so er die Mittel vollauf in seinen Händen hat und ergreift sie nicht und gebraucht sie nicht, was dann der sichere Grund ist, daß er fällt; denn so ein Hungriger eine Speise sucht und sie auch findet, - so er sie aber gefunden hat und sie nicht genießt in der Meinung, daß sie ihm Schaden bringen könnte, da muß er sich dann aber ja auch selbst die Schuld zuschreiben, so er vor Schwäche zusammensinkt und s tir b t.
 
4
Da aber derjenige, der am Ziele, ohne es zu ergreifen, stehenbleibt, schon fallen muß, um wieviel mehr erst der, der übers Ziel hinausgehen will. Wer aber ist es, der da übers Ziel hinaus weitergeht? - Ich sage es euch, der ist es, der seine von Mir ihm gegebene Bestimmung zu anderen Zwecken benützt oder benützen will, als wozu Ich sie ihm gegeben habe. Ein solcher fällt dann um so eher und leichter, weil er nach der Überschreitung des gegebenen und gestellten Zieles auf ein grund- und bodenloses Feld sich begibt, auf dem er nimmer einen festen Standpunkt finden und nehmen kann.
 
5
Alsonach besagt das für euch so rätselhafte Trilogon nichts anderes als: So Ich, dein Herr und Gott, dir so viel Gnade erwies und stellte dich schon vor das sonst schwer zu erreichende Ziel und du erkennst es, bleibst aber vor ihm stehen wie ein eitler Geck voll Hunger vor einer vollen Schüssel, da verhungere, falle und stirb! - Und bist du also am Ziele und erkennst, daß es das rechte ist, ergreifst es aber nicht, sondern gehst an demselben nur also hochtrabend und herrschsüchtig vorüber, als wäre die Beherrschung und Tyrannisierung der ganzen Unendlichkeit dir und deiner Macht beschieden, da ist der Fall desto mächtiger und desto voller jeglichen Unheiles, und es ist dann auch sogar unmöglich, solch einem Gefallenen wieder aufzuhelfen und ihn zurück ans wahre Ziel zu bringen, wie solches auch Paulus in einem Briefe an die Hebräer (6,4-8) zeigt, da er also spricht:
 
6
,,Denn es ist unmöglich, daß die, so sie einmal erleuchtet sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und teilhaftig geworden sind des heiligen Geistes und geschmeckt haben das gütige Gotteswort und die Kräfte der künftigen Welt, wenn sie dennoch abfallen und wieder in ihnen selbst von neuem kreuzigen den Sohn Gottes und ihn verspotten, - daß sie dann wieder sollen erneuert werden zur Buße (d.h. zur gültigen und wirksamen Rückkehr). Denn nur die Erde, die den Regen trinkt, der oft über sie kommt, und gutes Kraut denen trägt, die sie bebauen, empfängt Segen von Gott. Welche aber Dornen und Disteln trägt, die man hernach verbrennt, ist kein nütze und dem Fluche (d.i. dem Falle) nahe."
 
7
Ich meine nun, ihr werdet auf diese gründliche Erläuterung euer ominöses Trilogon wohl verstehen und somit auch einsehen, wie es zu nehmen ist für jedermann, ob er ein Kaiser oder ein Bettler ist, - denn vor Mir ist einer wie der andere gleich. Übernimmt sich ein Kaiser, wie es schon mit gar vielen der Fall war, da sehet Napoleon an und ersehet die Folgen solch herrschsüchtigsten Übermutes. - Und übernimmt sich ein Bettler in zu großer Würdigung und geheimer Hochschätzung seiner Armut und wird darum zudringlicher, als es ihm gebührt, da muß er sich's dann auch selbst zuschreiben, so er von der Türe gewiesen wird, vor der er zu stark betteln wollte.
 
8
Mehr brauche Ich euch nicht zu sagen, denn alles andere, was daraus noch für die Zeit und für die Ewigkeit folgen kann, werdet ihr ohne weitere Erläuterung wohl von selbst sehr leicht zu folgern imstande sein. - Nur das sei euch allen gesagt, daß ihr das alles auch zuvörderst an euch beachtet, so werdet auch ihr zu dem Erdreiche gehören, das da von Mir gesegnet wird, da es ein gutes und bequemes Kraut denen bringt, die es mit allem Fleiße besäen amen. Das spricht der allezeit Wahrhaftige amen, amen, amen. - -