HIMMELSGABEN - BAND 2

Worte aus der Höhe der Höhen, neben den großen Werken der Neuoffenbarung

- 81 -
Vergebliche Einladung


 

16. April 1843

 
 
S
chreibe nur, denn Ich weiß schon, was du hast, das eben nicht von großwichtigstem Belange ist!
 
2
Siehe, demjenigen, den du in der Anfrage hast, ist vorderhand weder zu raten noch zu helfen; den er sucht noch fortwährend in der Welt sein Glück und will nur seine weltlichen Umstände gebessert haben, aber an Mir ist ihm im Grunde noch gar wenig gelegen, da er Mich nicht sucht Meinetwegen, sondern nur der tollen Welt wegen.
 
3
Ich habe ihn im vorigen Jahre gar freundlichst eingeladen zu Meinem Tisch und Gastmahle. Allein er hat sich vor lauter Welt noch nie eingefunden, zu tun, was Ich ihm geraten habe, damit er daraus erkannt hätte, warum er so ganz eigentlich, von Mir ausgehend, auf der Welt ist! Er dient und lebt nur der Welt, so muß er sich denn auch mit dem Lohne der Welt begnügen!
 
4
Es kann zwar jeder tun, was er will. Wen Ich lade, der mag kommen oder nicht. Und es ist einmal zwar jeder geladen - ob er darum kommt oder nicht, das ist Mir einerlei. Denn die Welt hat ihre Kinder, und Ich habe die Meinen. - Wenn Ich aber die Meinen rufe, und sie hören Mich nicht an und wollen Mich auch nicht verstehen und kommen darum nicht, da sie zu viel mit der Welt zu tun haben, dann lasse Ich sie die Welt so recht verkosten und lasse sie fühlen, wie sie schmeckt.
 
5
Wenn sie sich dann an der Welt hinreichend ein- und ausgekostet haben und der Welt schnödesten Lohn hinreichend haben schätzen gelernt, so werden sie Meinen Ruf dann nicht so leicht wieder in den Wind schlagen, wenn er wieder an sie ergehen wird!
 
6
Ich sage dir aber: Was da in der Sphäre dieses Menschen geschieht, lasse Ich gerade zu seiner Besserung zu. Ich lasse ihn die Welt in größeren Brocken kosten, damit er daraus ersehen soll, welchen Nutzen ihm sein Amt bringt, da er aus lauter Amts- und Welteifer noch nie so recht Zeit gefunden hat, sich dabei auch mit Mir nur manchmal ein wenig zu befassen.
 
7
Da er auch sogleich zu erblinden glaubt, so er etwa manchmal ein Kapitel aus Meinem Buche lesen möchte, so soll er sich darum nur desto mehr in seinen Amtspapieren versuchen, was alles noch seine Augen zu ertragen imstande sind!
 
8
Mir gefällt seine ganze Lebensweise nicht. Er knickt auf der einen Seite, da er die schönste Zeit für Mich gewinnen könnte, und kann dann aber anderseits sogar flott sein, wo's für Mich keine Zeit gilt und für ihn nichts zu gewinnen ist!
 
9
Daher also ist dem Manne vorderhand nicht zu raten und zu helfen, also wie er es meint, sondern er wird von Mir homöopathisch geheilt, nämlich durch die Welt selbst!
 
10
Solches jedoch will Ich bloß nur dir und allenfalls den drei andern bemerkt haben. Und sie können ihm darum bloß mündliche Stöße und Rüttler zukommen lassen - es versteht sich von selbst, bei guter Gelegenheit nur!