HIMMELSGABEN - BAND 2

Worte aus der Höhe der Höhen, neben den großen Werken der Neuoffenbarung

- 183 -
Bleichsuchtsdiät


 

28. Februar 1848

 
 
I
ch kenne die Bleiche wohl und auch, aus was Ursache sie bleich ist. Aber es ist etwas schwer mit ihr umzugehen, da sie nicht gerne folget dem, was ihr geraten wird, und nicht unterläßt, was ihr schadet.
 
2
Also sage ihr: Lasse den Kaffee, solange du bleich bist, und nimmer iß gar die gebrannten Giftkörner! Denn solange du das nicht lassen willst, sollst du nicht rot werden. - Frage nicht, warum du solche Giftkörner nicht essen dürftest! Denn der Grund würde dich unsittlich berühren und dir eine Entdeckung machen, die zu wissen sich für dich noch nicht fein geziemt. Also folge dem Rate und frage nicht - willst du gesund sein; ansonst du für jedes Giftkorn eine Woche länger bleich verbleiben wirst.
 
3
So mußt du dich auch von fetter Speise enthalten und von fetter Milch! Denn das Fett belebt die geilen Geister, und finden diese ihre Befriedigung nicht, so dringen sie ins Blut, durchwühlen dasselbe und machen es müde, faul, träge und schwer, wodurch dann die sogenannte Bleichsucht entsteht, die allezeit eine Folge ist der zu frühen geilen Geisteraufregung, die nicht befriedigt werden kann.
 
4
Willst du aber ehestens gesund sein, dann beachte folgende Diät: Zum Frühstück nimm entweder eine leichte Schokolade, noch besser einen Kakaokaffee von gerösteten Kakaoschalen oder auch eine Maistee mit leichter (entrahmter) Milch und etwas Zucker. - Zu Mittag iß eine gute frische Suppe mit gebähter Semmel, nicht zu stark gesalzen. Dann auch ein mageres Rindfleisch mit etwas Senf oder auch frischem, aber gezuckertem Meerrettich, den man zuvor mit Essig und Öl anmacht. Auch Kälbernes ist gut. Sollte dir aber solches Fleisch weniger schmecken, so iß gedünstete Äpfel mit Semmel. Aber vor allen Würsten und Käsen mußt du dich sorglichst hüten; ebenso auch vor Kohl und Sauerkraut, weniger vor roten und weißen Rüben, dagegen vor gelben Rüben, überhaupt vor allen blähenden Speisen, weil diese ebenfalls die geilen Geister erwecken. - Abends aber begnüge dich entweder auch mit dem, was du des Morgens genießest, oder mit einer Suppe mit gebähtem Brote. Du kannst auch mäßig einen guten Wein mit Wasser genießen. Sonst aber trinke Wasser, das nicht zu kalt ist.
 
5
Zu allem dem aber gebrauche eine sogenannte Latwerge, die zu dem Behufe in der Apotheke zu haben ist; oder auch die Pillen zu dem gleichen Zwecke! Und mache dazu vormittags eine Stunde vor dem Essen eine Bewegung im Freien, am besten an der Mur, wo in dieser Zeit die Luft am reinsten ist - aber nur nicht in einer Allee von wilden Kastanien, die eine schädliche Ausdünstung (für dich) haben.
 
6
Zu allem dem aber mußt du auch hauptsächlich auf Mich vertrauen und recht heiter sein, so wirst du bald wieder rot und gesund sein.
 
7
Ich habe dich wohl sehr lieb; aber du mußt Mich auch sehr lieb haben, so wirst du schon fein gesund werden und verbleiben! - Wenn du aber eigensinnig wärest und hättest ein erregbares Gemüt, da würdest du jahrelang bleich verbleiben.
 
8
Nun, Mein Töchterchen, weißt du vorderhand alles, was dir not tut. Tue darnach, so wirst du den Segen Meines Rates ernten! - Amen. Das sagt, Der dich sehr lieb hat. Amen.