HIMMELSGABEN - BAND 2

Worte aus der Höhe der Höhen, neben den großen Werken der Neuoffenbarung

- 171 -
Gesegnete Bergbesteigung


 

15. Juli 1847

 
 
Auf Anfrage der Marie und Wilhelmine Hüttenbrenner wegen Besteigung des Berges Schöckel:
 
1
Auf Berge gehen ist wohl gut und recht, aber nicht zu jeder Zeit! Und wer von der Besteigung eines Berges einen Nutzen haben will für Leib, Seele und Geist, der muß es in Meinem Namen tun und am Berge recht von ganzem Herzen zu Mir beten und Mir allein die Ehre geben. So werde Ich ihn segnen und machen, daß er auf der Höhe nur von den reinsten Geistern umhütet wird, wodurch dann sein Leib, seine Seele und Geist über die Maßen erheitert und dreifach gestärkt wird.
 
2
Es muß aber auch eine rechte Zeit sein, wie solches schon oben bemerkt wurde. Die rechte Zeit aber ist der halbe Monat September und von da weiter bis zum halben Oktober; und im Frühling vom halben Mai bis zum halben Juni. - Um diese Zeit beziehen die reinsten Geister die Höhen und segnen alles, was sich da befindet in Meinem Namen.
 
3
Aber vor und nach dieser Zeit, als etwa im Winter oder im hohen Sommer, ist es nicht gut und rätlich die Berge zu besteigen. - Fürs erste, weil da auf den Höhen gewöhnlich nur die unreinen Geister ihr Wesen und allerlei heimlichen, argen Mutwillen treiben und eine große Freude haben, jemandem irgendeinen Leck anzuhängen. - Und fürs zweite, weil zu der Zeit die Höhen nicht in Meinem Segen stehen und demnach dem Wanderer und Besucher sind wie eine Stiefmutter ihren Stiefkindern!
 
4
So aber jemand eines sehr frommen Gemütes ist und hat nötige Geschäfte auf irgendeinem Berge zu verrichten, der gehe in der Nacht hinauf und gehe wieder zurück, wann die Sonne untergegangen ist - und eile weder hinauf noch zurück und bete mehrmals zu Mir, so wird es ihm nichts machen, so er auch im Sommer oder im Winter auf die Berghöhen ginge. Am besten aber kommen da natürlich jene Menschen davon, die ohnehin zu allen Zeiten auf den Bergen wohnen.
 
5
Aber Menschen, die tiefgelegene Städte und Dörfer bewohnen, die sollen außer an den obbenannten zwei günstigen Zeitpunkten nicht die Höhen der Berge besuchen, außer in einem dringend notwendigen Falle, und dann nur unter Gebet und gerechtem Fasten, d.h. mäßig gefüllten Magens - sonst holen sie sich wenigstens für den Leib eine Krankheit, die sich allezeit darauf in einem Vierteljahre hervortut und dem Fleische viel zu schaffen macht.
 
6
Starke Rheumatismen, Gicht, Zahn- und Halsschmerzen und auch nicht selten Nervenfieber sind die gewöhnlichen Folgen einer unzeitigen Bergbesteigung. Bei Frauenzimmern auch Lungenentzündung, Lungensucht und Blutgang. - Daß dabei Seele und Geist wenig oder nichts gewinnen, versteht sich von selbst.
 
7
Jedermann aber kann in der für höhere Gebirge ungünstigen Besteigungszeit kleinere und niedere Berge mit viel Nutzen bereisen. Jedoch viel höher als dreihundert Klafter dürfen sie nicht sein, denn was darüber ist, gehört schon der Alpenwelt an, die in obgenannten Zeiten Meines besonderen Segens völlig entblödet ist und je höher hinauf desto mehr.
 
8
Hier habt ihr die Regeln, wie und wann die Berge mit Nutzen zu besteigen und zu bereisen sind! - Will aber jemand aus was immer für einem Nebengrunde auch zu den als ungünstig bezeichneten Zeiten auf diesen oder jenen schon bedeutend hohen Berge gehen, so muß er es sich selbst zuschreiben, so er sich dabei wenigstens für seinen Leib einige nachträgliche Leiden abholt.
 
9
Wie aber gesagt, schon gewohnte Bergbesteiger können es wohl zu allen Zeiten wagen: es wird ihnen wenig machen, besonders wenn sie in Meinem Namen wandeln. Sind sie aber pure Naturmenschen, dann sind sie mit den Berggeistern nahe ohnehin gleichen Gelichters. Und da gesellt sich Gleich und Gleich gern und beschädiget einander selten mit etwas anderem, als daß solche Wanderer entweder früh graue Haare bekommen oder manchmal gar kahlköpfig werden.
 
10
Nun sich aber die Menschen durch ihren Weltverstand allein bewegen und sich von der alten Weisheit ganz losgemacht haben, wissen sie auch nichts mehr von der alten Ordnung der Dinge und tun, was sie wollen und wie und wann es ihnen am gelegensten ist und gutdünkt. Denn da fragt niemand mehr um Meine Zeit, sondern lediglich um seine eigene. Und keiner fragt, ob es Mir wohlgefällig wäre - sondern jedem genügt sein eigen Wohlgefallen, und er tut dies und jenes, wie es ihm sein Sinn, seine Zeit und seine Gesellschaft gibt.
 
11
Darum aber entstehen auch von Jahr zu Jahr stets mehr und neue Übel, leiblich und geistig, unter den Menschen, und die Ärzte wissen dafür kein Rezept!
 
12
Tut daher, was ihr wollt - aber vergesset Meiner nicht und Meiner Zeit nicht!
 
13
Ich verbiete euch damit nicht im geringsten, zu dieser noch stark ungünstigen Zeit auf euren beabsichtigten Berg zu gehen. Und so ihr gehet, wird es euch auch zu keiner Sünde gerechnet, so wenig wie jemanden, der in die Freie geht, so ein Hagel aus den Wolken stürzt. - Aber euretwegen kann Ich aus dem Juli dennoch keinen September machen, also Meine Zeit und Ordnung nicht ändern!
 
14
Nun wisset ihr genug und könnt ohne Gewissensangst tun, was ihr wollt. - Aber ob dabei euer Leib sozusagen einen ,,Buckel voll Schläge" bekommt - dessen werde Ich Mich nicht allzusehr kümmern. Amen. - Das sagt Der, der in allen Dingen Seine Zeit und Ordnung hat. Amen.