HIMMELSGABEN - BAND 2

Worte aus der Höhe der Höhen, neben den großen Werken der Neuoffenbarung

- 125 -
Geben ist seliger als Nehmen − Ein Wahlspruch des Herrn


 

6. Juli 1844

 
 
O Herr! Als Dein Paulus eine Abschiedsrede zu Miletus hielt, da sagte er zu den Ältesten, man müsse eingedenk sein des Wortes des Herrn Jesu: ,,Seliger ist Geben als Nehmen!" (Apgesch. 20,35) 
 
 
Da nun dieses überherrliche Wort in den vier Evangelien nicht vorkommt, so bitte ich Dich, Du allerliebevollster Herr, daß Du uns kundgeben möchtest, bei welcher Gelegenheit Du dies himmlische Vaterwort ausgesprochen habest!
 
1
Mein lieber A. H.-W.! Wie magst du fragen darum? - Das muß dir ja doch klar sein, daß Ich im Verlaufe von dreiunddreißig Jahren sicher mehr werde geredet haben, als da enthalten ist in den vier Evangelien! - Also kann Paulus gar wohl irgendein Wörtlein von Mir genommen haben, das Ich geredet habe, obgleich es nicht in den vier Evangelien zu finden ist, wohl aber in Taten und Gleichnissen.
 
2
Damit du aber dennoch deine Wißbegierde befriedigest, so wisse, daß dies Sätzlein Mein gewöhnlicher Wahlspruch war, der einer jeden Handlung wie auch so mancher Rede voranging. Daher kann Ich dir hier auch nicht irgendeine bestimmte Gelegenheit anzeigen, bei der ein solches Sätzlein eigens wäre ausgesprochen worden. Denn bei Mir war ja alles, was Ich sprach und tat, eine reichlichste Gabe an die Menschen. Daher ging auch dieses Sprüchlein allezeit voran. Und die Evangelisten nahmen es eben darum nicht in ihren Bericht, weil es ihnen zu alltäglich aus Meinem Munde war!
 
3
Paulus aber konnte damals noch gar sehr wohl wissen von solch einer Eigenheit seines Herrn und gab es daher in seiner Abschiedsrede an die etwas hartherzigen Mileter und dadurch auch euch allen zur strengen Beachtung kund!
 
4
O möchtet auch ihr es lebendig in euch aufnehmen und empfinden - und lebendig fühlen, um wie viel das Geben seliger ist als das Nehmen! Dann würdet auch ihr euch dieses Sätzlein zum lebendigen Wahlspruche machen!
 
5
Aber da ihr noch bei weitem mehr fürs Nehmen als fürs Geben eingenommen seid, so möget ihr auch die große Seligkeit des Gebens nicht empfinden. So aber soll es nicht sein unter denen, die Ich berufen und erwählet habe!
 
6
Ich sage demnach: Erwählet auch ihr euch diesen Meinen Wahlspruch, und ihr werdet dadurch Meine wahrhaftigen Jünger und Kinder sein allezeit und ewig. Amen.