DIE GEISTIGE SONNE
BAND 1

Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits

- Kapitel 70 -


   
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Ihr fraget, wer denn solche Engel auf der Erde waren? Habt ihr noch nie etwas von den sogenannten Laienbrüdern gehört, besser gesagt: klösterliche Hausknechte? Auch hier sind sie dienstbare Geister des Klosters. Damit ihnen aber ihr Dienst besser gefällt, so werden sie als Engel angezogen. Solches rührt alles von der fälschlichen Begründung her, in welcher dergleichen Menschen das Zeitliche mit dem Ewigen vertauscht haben. Die große Liebe und Erbarmung des Herrn aber beläßt diese Wesen so lange in solcher Begründung, solange sie nicht leise in sich angefangen haben, innezuwerden, daß es mit dergleichen Situationen sicher irgendeinen fatalen Umstand haben muß, weil sie sich fürs erste mit all diesen schönen Früchten nie vollkommen satt essen können. Es kommt ihnen das Essen und Trinken beinahe so vor, als wenn sie im Traume äßen und tränken. Fürs zweite sehen sie hier über ihnen wohl fortwährend weiße Wolken ziehen; woher aber diese Wolken das Licht haben, können sie nicht erschauen. Und fürs dritte fällt es ihnen mit der Zeit auf, daß sie, wohl wissend, in der geistigen Welt zu sein, nirgends einen Heiligen, auch nicht die Mutter Gottes, Maria, also auch keinen Petrus und keinen Erzengel Michael zu Gesichte bekommen. Ein vierter für sie sehr fataler Umstand ist noch dieser, daß, so sie über diese Gartenmauer, welche gewöhnlich mit Leitern erstiegen wird, hinwegschauen, sie nichts als unfruchtbare Steppen erschauen, und allein nur ihr Garten fruchtbringend ist. Fünftens ist auch dieser Umstand für sie nach und nach erwecklich wirkend, daß ihre Klosterkirche außer von ihnen von niemand anderem besucht wird. - Und so gibt es noch mehrere solcher Stupfmittel, durch welche der Geist aufmerksam gemacht werden kann, daß es mit seinem Paradiese irgendein sogenanntes nisi haben muß.
 
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