DIE GEISTIGE SONNE
BAND 1

Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits

- Kapitel 53 -


   
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Wenn ich nun allerklarst zurückdenke, was ich alles auf der Erde getan habe, um mir diesen Himmel zu verdienen, wie oft ich gefastet habe, wieviel hundert, ja tausend Rosenkränze gebetet, wieviele Messen gezahlt und bei wievielen selbst allerandächtigst zugegen gewesen, wieviele Arme ich, als selbst ein armer Bauer, durch mein ganzes Leben hindurch gespeist habe! Ja, ich muß es aufrichtig gestehen, daß ich mir auf der Erde für diesen Himmel förmlich die Haut vom Leibe habe ziehen lassen. Und nun genieße ich und ihr alle den vielversprechenden Lohn, nämlich auf diesem von drei Abgründen begrenzten Quadratfleck, von welchem aus wir zwar wohl bis zum Augenvergehen die hl. Dreieinigkeit anschauen können, aber dabei dürfen wir uns nicht einmal rühren, sonst liegen wir bald drunten, Gott weiß wo! Es ginge jetzt nichts ab, als daß noch dies bißchen himmlisches Landquadratel nach und nach sich in den Abgrund hinunterzusenken beginnen möchte. Da bliebe uns doch bei Gott nichts anderes übrig, als entweder auf gerad oder ungerad mit hinabzusinken, Gott weiß, wohin; oder wir müßten uns nolens volens auf die Mauer hinaufbegeben und auf derselben zwischen zwei Abgründen reiten, vorausgesetzt, daß die Mauer nicht etwa auch einen Mitrutscher machte. Nein, liebe Freunde! Wenn ich jetzt zurückdenke, welchen wahrhaftigen Millionenweg uns der Priester, mir schon immer etwas verdächtiger Weise, geführt, als wir in der geistigen Welt angekommen sind, und welche Anstrengung es uns gekostet hat, bis wir die goldene Himmelspforte erreicht haben, da möchte ich gerade vor lauter Ärger zerspringen; denn dort unten ist es uns ja doch um eine ganze Million besser ergangen denn hier! -
 
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