DIE GEISTIGE SONNE
BAND 1

Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits

- Kapitel 40 -


   
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Wenn ihr aber nun unsern Mann betrachtet, so werdet ihr finden, daß er nahe über eine Million Eigenliebe und nur um etwas über zweihundert Gulden Liebe zum Herrn mitgebracht hat. Dies ist wohl ein sehr klägliches Verhältnis. Nun aber hat er um die Zinsen dieses Kapitals genau ausgemessen, wie ihr sehet, seine Behausung hier. Es wird sich demnach zeigen, wie er dieses Kapital verwenden wird; es wird nicht fehlen, daß ihn von der entgegengesetzten Seite gar armselige Wesen besuchen und um Unterstützung anflehen werden. Wird er nach seinen Kräften alles aufbieten, um solche arme Brüder soviel, als es ihm nur immer möglich ist, notdürftigst zu versorgen, so wird sein kleines Kapital sich bald ums Zehnfache, ja ums Hundertfache vergrößern, und er wird dadurch auf bessere Orte gestellt werden. Aber er wird nicht eher auf dem geordneten Wege zum Herrn gelangen, als bis sein hier erworbenes Kapital ums Zehnfache größer wird, als das er seinen Kindern oder seiner Eigenliebe hinterlassen hat. Dessen ungeachtet sind auch hier außerordentliche Fälle möglich; diese müssen aber also geartet sein, wie ihr gleich anfangs ein Beispiel gesehen habt; - d.h. wenn einer alles hergibt, was er hat, und dabei noch mit all seiner Kraft sorgt für die Unterstützung seiner Brüder, so ist bei einer solchen Gelegenheit auch eine sehr baldige und gänzliche Erlösung aus diesem Orte möglich. Denn in diesem Falle gleicht dann ein solcher Menschengeist demjenigen Weibe, welches in dem Tempel opferte, während auch andere opferten. Das Weib gab zwar das geringste Opfer im Vergleich mit den andern; der Herr aber fragte, wer da unter all den Opfernden am meisten geopfert habe? Und man sagte: Siehe, dieser und jener. Er aber entgegnete: Dieses Weib hat das größte Opfer dargebracht; denn es gab alles, was es hatte.
 
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