DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES - BAND 8

Lehren und Taten Jesu während Seiner drei Lehramts-Jahre

Der Herr und Seine Widersacher

- Kapitel 152 -


   
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Du sagtest, daß der Mensch in der Besiegung seiner Sinne und Begierden und damit auch der besonders in den jungen Jahren stets vorherrschenden Eingenommenheit für die Reize der Welt es zu einer halben Meisterschaft bringen solle, bis er hoffen darf, daß Du ihm helfend unter die Arme greifen und ihn sodann in die volle Lebensmeisterschaft setzen werdest. Dieses hört sich wohl ganz gut, wahr und gewissermaßen auch leicht an, und man sieht auch den Grund bald ein, daß es auch also schon ganz Deiner schöpferischen Ordnung gemäß sein wird und auch sein muß; aber bedenkt man dabei, daß es für beinahe jeden noch jüngeren Menschen, auf den die Reize und Lockungen der Welt stets eine größere Gewalt ausüben denn auf unsereinen, der schon mehr an der Neige seiner Jahre steht und den Reizen und Lockungen der Welt ganz leicht den Rücken zukehrt, eine ganz außerordentlich schwere Sache ist, sich mit allen seinen Sinnen und Begierden von der Welt abzuwenden und männlich kräftig den geistigen Weg zu betreten und auf demselben fortzuwandeln, da möchte ich denn hier, wo es sich um das Allerhöchste und Wichtigste des Menschen handelt, doch diese mir nach meiner menschlichen Denkweise klug scheinende Frage stellen, ob es denn für jeden nicht ersprießlicher wäre, so Du, o Herr und Meister, ihm lieber zur Zeit seiner sicher größten Schwäche helfend unter die Arme griffest und er sonach mit Deiner Hilfe es zur Hälfte in der Lebensmeisterschaft brächte, wonach ihm dann die Erlangung der zweiten Hälfte mit den eigenen Lebens- und Willenskräften keine so großen Schwierigkeiten bieten würde wie die selbsttätige Erreichung der ersten Hälfte in der Lebensmeisterschaft.
 
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