DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES - BAND 7

Lehren und Taten Jesu während Seiner drei Lehramts-Jahre

Der Herr auf dem Ölberg (Fortsetzung)
Ev. Joh. Kap. 8

- Kapitel 81 -


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Die Zeichen, die wir in dieser Nacht zu sehen bekamen, vermittelt durch den Ratschluß des allmächtigen Gottes, waren wahrlich von einer solchen Art, daß dabei sogar die Heiden zu zittern anfingen, und kein Jude, sogar kein Sadduzäer und kein Samariter, konnte sie mit einem furchtlosen Gemüte ansehen. Ich aber dachte mir so in meiner alten Einfalt: Lieber Jehova! Wegen meiner Person hast Du diese gar entsetzlich schlimmen Zeichen an Deinem gestirnten Himmel doch sicher nicht zum Vorscheine kommen lassen, so wie Du auch Deine liebe Sonne nicht um meinetwillen allein je hast aufgehen und scheinen lassen; denn sie hat ja Jahrtausende vor mir schon diese Erde erleuchtet und wird sie nach mir auch - wer weiß, wie viele - Jahrtausende noch erleuchten! Ich als ein beinahe hundertjähriger Greis werde nicht lange mehr die Wohltat der lieben Gottessonne genießen. Denn in die Gräber der Verwesung dringt das Licht der Sonne nimmer; und dränge es auch hinein, so könnte es die toten Leichname doch sicher nicht mehr erfreuen. Alles auf dieser wahrlich für jeden nüchternen Denker völlig freudenlosen Welt ist vergänglich, nur die Macht Gottes nicht, die bleibet ewig; unsere Seelen aber hängen bloß von dem Willen des Allmächtigen ab. Ob sie nach dem Tode fortleben, das kann kein Mensch der vollen, einsichtlichen und klar begreiflichen Wahrheit nach begreifen und erkennen; aber Moses und alle späteren Propheten haben uns solches gelehrt, und wir müssen das glauben, - und glauben wir das nicht, so gleichen wir den Sadduzäern, die von uns abgefallen sind, weil sie von den griechischen Philosophen dazu verleitet wurden.
 
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