DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES - BAND 5

Lehren und Taten Jesu während Seiner drei Lehramts-Jahre

Jesus in der Gegend von Cäsarea Philippi
Ev. Matth. Kap. 16 (Fortsetzung)

- Kapitel 21 -


1  
2  
3
In der großen Natur ist alles frei; nur der Mensch ist gleichsam ein Fluch für sich und für die gesamten anderen freien Werke der großen Meisterin, der Natur. Müßige Menschen fingen einst an, sich Luftburgen zu erbauen und erfanden die nichtigen Götter, die sie ganz nach sich und mit allen den menschlichen bösen Leidenschaften ausgerüstet sich dachten und auch also gestalteten. Mit diesen Göttern errichtete also der Mensch sich neue Plagegeister, die für sich dem Menschen sicher nie etwas zuleide tun würden; aber der Mensch erbaute diesen von ihm erfundenen Göttern, die in der Wirklichkeit nie irgend waren und auch nie irgend sein werden, Tempel und weihte sich selbst zu ihren Stellvertretern, versehen mit allerlei Treib- und Schreck- und Plagemitteln, und führte dadurch nebst seiner Herrschaft über die schwache Menschheit auch die allerunerbittlichste Tyrannei der von ihm erfundenen unsichtbaren Wesen ein. Die in der Wirklichkeit nie irgend existiert haben, existieren nun fort und fort zur Qual der armen Menschheit, aber dafür desto mehr zum Nutzen und Frommen der Mächtigen, weil diese durch ihre vorgeschützte mächtige Einflußnehmung viel leichter denn durch das ledige Schwert die Menschheit im blinden Gehorsam erhalten. Und so kann man naturgerecht mit der reinen Vernunft denken wie man will, so steht überall der starke und mächtige Mensch für alles alles, was nur immer irgend vorkommen kann, da und herrscht bald als ein mit Schwert und Lanze wohlversehener König und gleich daneben aber auch als ein schon allmächtigster Stellvertreter der Götter. Wehe dem, der da sich als ein uneingeweihter Mensch erkühnen würde, hinter den von Menschen gewebten Schleier der Isis zu blicken! O weh, o weh, o weh, - den würden die Götter schön zurichten!
 
4  
5  
6  
7  
8  
9  
10  
11  
12