DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES - BAND 5

Lehren und Taten Jesu während Seiner drei Lehramts-Jahre

Jesus in der Gegend von Cäsarea Philippi
Ev. Matth. Kap. 16 (Fortsetzung)

- Kapitel 12 -


 
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age Ich: ,,Ja, du Mein sehr lieber Freund, da wird es Mir sehr schwer werden, dir oder deinen etwas anders meinenden Gefährten recht zu geben! Denn stelle dir einen Stock vor, der etwas locker in der Erde steckt; dieser soll, um dann etwas fest anhängen zu können, mittels einiger Holzschlägelschläge fester ins Erdreich getrieben werden. Es kommen aber zwei etwas ungeschickte Zimmerleute, noch sehr Jünger ihrer Kunst, hinzu, und einer, der sich für tüchtiger erachtet, sagt zu seinem Gefährten: ,Bruder, gleich ist zwar unsere Kunstfertigkeit; aber dennoch gib mir den Schlägel, auf daß ich den ersten Hieb führe auf des Stockes Haupt! Denn mir ist das sehr eigen, den Nagel auf den Kopf zu treffen!` - ,Gut`, sagt der andere, ,laß sehen, wie du der Nägel Köpfe gar so treffend zu behandeln imstande bist!` Darauf nimmt der erste den Schlägel und führt einen kräftigen Hieb. Er trifft den Stock, aber nur auf der linken Seite streifend, was den Stock durchaus nicht fester gemacht hat. Darüber lacht sein Kollege und sagt: ,Gib nur wieder mir den Schlägel; denn mit solcher Bearbeitung seines Kopfes wird der Stock wohl nimmer fester als zuvor in der lieben Mutter Erde stecken!` Spricht der, der den Stock nicht auf den Kopf getroffen hatte: ,Da, nimm den Schlägel und versuche du dein Glück!` Nun führt auch dieser einen allerkräftigsten Hieb, trifft des Nagels Kopf aber auch nicht, sondern streift ihn auf der rechten Seite. Und es entspinnt sich nun unter beiden ein Streit darum, welcher von ihnen etwa doch den besseren Hieb geführt habe. Daß darüber die beiden nicht leicht einig werden, ist begreiflich; denn wo zwei untereinander zu streiten anfangen, da nimmt der Streit nicht eher ein Ende, als bis ein Stärkerer und Geübterer hinzukommt und den beiden Streitern ums Recht zeigt, wie man den Nagel auf den Kopf trifft. Nachher geht es bei den beiden auch; aber ohne den dritten hätten die beiden wohl noch einige Zeit lang bloß darum gestritten, wer von ihnen den besseren Hieb geführt habe, ob der Streifhieb nach links besser war denn der nach rechts.
 
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