DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES - BAND 4

Lehren und Taten Jesu während Seiner drei Lehramts-Jahre

Jesus in der Gegend von Cäsarea Philippi

- Kapitel 154 -


   
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Es kam einmal auch ein griechischer Arzt und wollte sie heilen von ihrer sonderbaren Eigentümlichkeit; sie aber wies ihn von sich und sagte - wie sie es später meinem Vater treu erzählte, und zwar, wenn mich mein sonst gutes Gedächtnis nicht täuscht, mit folgenden Worten -: ,Meine Eltern waren gute und gottesfürchtige Leute, und ich war als Mädchen als ein Muster der Eingezogenheit bekannt. Vor meiner ersten Verehelichung habe ich nie einen Mann erkannt. Wie dann meinem sonst ganz wohlgestaltigen Leibe eine so böse Eigenschaft innewohnen konnte, ist mir ein Rätsel; ich aber bin - dem Jehova allein alles Lob! - sonst kerngesund und will darum keine Arznei. Es ist also Gottes Wille, den ich mir gerne gefallen lasse! Du, Pseudoäskulap, aber magst gehen, sonst hauche ich dich an, und du bist dann etwa auch rettungslos verloren, trotzdem du ein Arzt sein willst und mir helfen möchtest, aber, wie ich sehe, nicht einmal dir deinen abscheulichen Halskropf vertreiben kannst, wie auch das Hinken deines linken Fußes! Ein Arzt muß doch zuvor selbst ein makelloser und kerngesunder Mensch sein, so er einem Kranken helfen will! Die frische und volle Gesundheit des Arztes muß ja dem Kranken ein gewisses Vertrauen einflößen, damit er glauben kann, daß der Arzt etwas verstehe; wenn aber der Arzt als ein Krüppel dasteht und will einem Gesunden helfen, da ist er ja doch hundertfältig auszulachen und aus einem Hause, in dem er zudringlich wird, auf der Stelle hinauszutreiben!`
 
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