DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES - BAND 3

Lehren und Taten Jesu während Seiner drei Lehramts-Jahre

Jesus in der Gegend von Cäsarea Philippi

- Kapitel 216 -


   
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Es hatte sich zwischen den fünfzig Pharisäern, an deren Spitze der Oberste Stahar und der uns schon bekannte Redner Floran standen, ein Streit erhoben. Diese Halbbackenen hatten während des Sturmes in einem Zelte Ourans noch allerlei Zweifel ausgehekt, und die nunmalige Legung der Leichen bestätigte so manche ihrer zweifelhaften Ansichten über Mich und Mein Wirken. Nur war unter ihnen darin die Meinung geteilt, daß der bessere Teil ganz feierlich annahm, Ich sei ein außerordentlicher Prophet, so nach der Art eines Elias, - ein finsterer Teil aber meinte, Ich sei trotz aller großen Bewanderung in der Schrift nur ein Schüler aus den Katakomben Ägyptens und hätte im Tempel zu Korak (Karnak) die Weisheit und die echte Magie erlernt. Ich sei darum auch von den Römern so wohl aufgenommen; denn bei den Römern gälten die echten Magier mehr denn ihre Götter, denn die Römer hielten solche Magier für die Finger des Gottes Zeus, der da wirket also unter den Menschen und ist sehr zugetan den Großen! Die Römer aber wären sehr kluge Leute und wüßten, daß den Juden so lange nicht zu trauen sei, bis sie nicht selbst mit Seele, Blut, Haut und Haaren Römer würden. Solches aber könnte am leichtesten dadurch bewerkstelligt werden, so man durch einen solchen Erzmagier aus der Schule Koraks die Juden, die am meisten wundersüchtig seien, bearbeitete, aber also, daß die Juden auch ihren Moses und ihre Propheten darin fänden. Und das geschähe nun, und zwar mit dem sichtlich besten Erfolge von der Welt; denn wer sich da nicht durch Worte und Wundertaten bekehren ließe, für den ständen stets etliche Kohorten römischer Soldaten in der vollsten Bereitschaft, um ihn in die Bekehrung hineinzuschrecken. Es werde darum auch bei jeder Gelegenheit über den Tempel zu Jerusalem aus allen Kräften losgezogen; man hebe mit allem Fleiße nur das Schlechte heraus, aber das Gute lasse man ganz unbeachtet und erwähne dessen nie auch nur mit einer Silbe, während es doch bekannt sei, wieviel Gutes der Tempel, und das unermüdet, ausübe!
 
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