DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES - BAND 3

Lehren und Taten Jesu während Seiner drei Lehramts-Jahre

Jesus in der Gegend von Cäsarea Philippi

- Kapitel 150 -


   
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Der Engel läßt sich nun von Stahar anfühlen, und Stahar findet alles gediegen und kompakt beim Raphael; da zuckt er gewaltig mit den Achseln und sagt: ,,Hm, hm, da strotzt ja alles in der ganz verzweifelt üppigsten Fleischesfülle; da sieht es eben nicht sehr geistig aus! Die Tat, ja, gegen die läßt sich nichts einwenden; aber der ganz verzweifelt schöne, volle, weit über alle Jungfrauen hinaus üppige Leib, dieser wunderherrliche Arm, und so gediegen und kompakt, ja, da schaut denn doch gar nichts Geistähnliches heraus! Man könnte in dich, ganz offen zu gestehen - abgesehen, daß man schon ein alter Esel ist, und abgesehen, daß du dem Männerstande angehörst -, sogar mit der größten Leichtigkeit ganz mörderisch verliebt werden und so sinnlich als nur immer möglich! Und siehe, da schaut denn schon wieder nichts von so etwas heraus, das man mit vollstem Rechte rein und himmlisch Geistiges nennen könnte! Es müßte denn nur also sein, daß du, gleich einem jungen Tobias geheim uns sterblichen Menschen unsichtbar, von einem Engel unterstützt wirst, das heißt, so du schon von Geburt an gleich einem Samuel ein überaus frommer Knabe warst! Wäre aber dies nicht der Fall, so könntest du auch ebensogut im geheimen Verbande mit dem ,Jehova-steh-uns-bei` stehen, was ich freilich um so weniger vermute, da du sonst ein zu himmlisch frommes und schönes Aussehen hast, und weil ich, offen gestanden, an den ,Jehova-steh-uns-bei` eigentlich noch nie so recht fest geglaubt habe. Es ging mir sogar mit dem Vollglauben an einen Gott schlecht, um so mehr dann erst an dessen Gegenpart!
 
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