DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES - BAND 2

Lehren und Taten Jesu während Seiner drei Lehramts-Jahre.
(Im Sommer des Jahres 30)

Dritte Reise des Herrn:
Genezareth - Zu Schiff über die Bucht und dann zu Fuß nordwärts in Richtung Tyrus - Rückkehr zum Galiläischen Meer - Berg am Ufer (Zweite Volksspeisung) - Zu Schiff nach der Herberge bei Magdala - Zurück zum Berg am Ufer - Zu Fuß nach der Hütte des Markus bei Cäsarea Philippi

- Kapitel 178 -


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(Markus:) ,,Es ist in der Hintergegend vom sogenannten Kleinasien eine von Menschen bewohnte Gegend, in der die Weiber zumeist unfruchtbar sind. Was daran die Schuld ist, weiß ich Dir nicht darzutun. Übrigens ist es eine ausgemachte Tatsache, daß, so jene Weiber von Juden oder Samariten beschlafen werden, sie ebensogut fruchtbar werden als die unsrigen. Nun, die Pharisäer, die ihre bösen Apostel in alle Welt aussenden, haben jene unfruchtbaren Weiber schon seit lange her kennengelernt und sind oft karawanenweise dahin gezogen, um die unfruchtbaren Weiber fruchtbar zu machen! Das war so gewisserart ein stets gutbezahlter Freundschaftsdienst. Aber es blieb nicht bei diesem Dienste, weil nach und nach die kleinasiatischen Männer jener bezeichneten Gemeinden einsehen gelernt haben, daß sie die sehr Betrogenen sind; denn ihre Weiber sind dennoch nicht so ganz eigentlich schwanger geworden in der Fruchtbarkeitsanstalt, welche die Missionare Jerusalems an der Grenze jener Gemeinden errichtet haben schon vor vielen Jahren, sondern die Missionare kauften hierzulande und auch in Judäa neugeborene Kinder zusammen, ließen solche in die besagte Anstalt bringen, in der die sonst zwar sehr schönen und üppigen, wenn schon unfruchtbaren Weiber zehn Monate verbleiben mußten. Nach Ablauf der zehn Monate aber, in welcher Zeit so ein Weib von den geilen Aposteln des Tempels nahezu zu Tode beschlafen ward, wurde dann solch einem Weibe ein solches angekauftes Kind unterbreitet, und zwar auf eine so pfiffige Art, daß sogar das Weib glaubte, daß das Kind von ihr sei! Aber wie gesagt, mit der Zeit kamen die Männer der schönen und üppigen Weiber denn doch hinter den Betrug, und zwar durch einen ehrlichen Samariten, der den Kleinasiaten zeigte, wie es die vermeinten frommen Apostel Jerusalems, der Stadt Gottes, trieben.
 
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