DIE ERDE

Die natürliche Erde

- Kapitel 24 -


 

5. Februar 1847

 
   
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Da sage Ich: Alles nach seiner Art! Die Erde schaut fortwährend den ganzen unendlichen Raum um sich herum, und diese allgemeine Anschauung erzeugt in der Erde selbst bei allen in ihr wohnenden Geistern eine allgemeine entsprechende Vorstellung, aus welcher jedes einzelne geistige Wesen seine Intelligenz schöpft, und zwar jene für die Außenwelt. Das aber wäre unmöglich ohne das allgemeine, große Sehvermögen der Erde. Die Erde als Körper weiß in ihrem Allgemeinwesen freilich nichts von dem, was sie schaut; und es wäre auch nicht notwendig, der Erde eine eigene, sich selbst bewußte Erkenntnis zu geben, weil sie - wie wir es in dem späteren, geistigen Teile hören werden - kein für sich einzeln selbständiges Wesen ist, sondern sie ist ein endlos vielfaches Wesen und besteht aus zahllosen einzelnen Intelligenzen. Diese Intelligenzen aber sind es, die des großen, allgemeinen Erdauges bedürfen, so wie auch jeder Mensch und jedes Tier ohne dieses allgemeine Erdauge mit seinem eigenen Auge nichts sehen würde, denn durch eben dieses Auge schaut der Mensch die Sonne, den Mond und die Sterne. Denn das wird etwa doch klar sein, daß der Mensch mit seinem kleinen Auge unmöglich je die große Sonne übersehen könnte, wenn nicht zuvor das große Erdauge ein Kleinbild von der Sonne aufnehmen und dieses dann erst dem menschlichen Auge zuführen würde. Und so sieht niemand etwa die Sonne oder den Mond und die Sterne, wie sie da sind in ihrer Eigentümlichkeit und in ihrer weiten Ferne, sondern nur deren Abbilder von der Oberfläche des großen allgemeinen Erdauges, dessen Oberfläche - wie schon einmal bemerkt - noch mehr als der reinste Wasserspiegel glänzend und daher sehr geeignet zur Aufnahme der Bilder von den großen, sie umgebenden Weltkörpern ist.
 
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