DIE ERDE

Die natürliche Erde

- Kapitel 16 -


 

23. Januar 1847

 
   
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Ist sie vielleicht eine ganz eigentümliche Knochenmasse? - Das wohl noch weniger als etwas anderes. Am ähnlichsten noch ist sie dem sogenannten Asbeste oder der Steinwolle, wenn diese in fester Masse beisammen ist; denn diese Steinwolle ist im Feuer wie in allen Säuren nahe gänzlich unzerstörbar, obschon sie doch chemisch aufgelöst werden kann; und das ist eben der Unterschied, der die völlige Ähnlichkeit zwischen der festen Masse der zweiten Erde und zwischen unserer Steinwolle bedingt. Existiert irgend auf der Erdoberfläche noch irgend etwas Ähnlicheres als die Steinwolle, so ist das eine gewisse Gattung Bimssteine, die aber nicht irgend anders als bloß nur in der Nähe des Südpoles angetroffen werden, welche Steinart jedoch bis jetzt noch in keinem gelehrten Naturalienkabinett anzutreffen ist, weil bisher noch kein Naturforscher fürs erste dem Südpol so nahe gekommen ist - und wenn es jemandem auch gelingen würde, sich diesem äußerst gefährlichen Punkte der Erde zu nähern, so müßte er sehr tief ins Eis graben, um ein solches Stück irgend zu bekommen -, und fürs zweite müßte er auch notwendigerweise vorher wissen, wo sich dergleichen Bimsstücke befinden, sonst würde er umsonst eine Mine in das Eis schlagen. Ein Gran solchen Gesteins wäre freilich mehr wert als eine zentnerschwere Perle, und zwar wegen seiner enormen, glänzenden Farbenpracht und wegen seiner gänzlichen Unzerstörbarkeit; aber dieser allerkostbarste Kot der Erde ist eben darum so sorgfältig verborgen gehalten, um die metall- und mineralsüchtige Welt nicht noch ärger als Gold und Diamanten zu verblenden. Dieses Mineral ist, wie gesagt, der Masse unserer zweiten, festen Erde am ähnlichsten.
 
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