DIE ERDE

Die natürliche Erde

- Kapitel 11 -


 

16. Januar 1847

 
   
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Eine dritte Gattung der Gefäße geht eben wieder vom Magen aus und setzt besonders die Schleimhäute desselben mit der Gallenblase in der Leber in Verbindung. Durch diese Gefäße wird der schleimichte Kohlenoder Gallenstoff von den Speisen im Magen abgesondert und wird zum größten Teile in der Gallenblase aufbewahrt zum Behufe, so der Mensch oder das Tier etwa zu wenig dieses Verdauungsstoffes durch die in sich genommenen Speisen in dem Magen entwickeln würde, so muß dann die Leber von ihrem Vorrate wieder etwas zurück an den Magen abliefern; denn alle Verdauung besteht in einer Art Gärung, deren bekanntlich einige Nährstoffe mehr als andere fähig sind. Wieder haben einige Stoffe sehr wässerigen Inhaltes nur sehr wenig Gärungsstoff in sich, was jeder schon in der Außennatur merken kann. Man nehme nur in ein Gefäß pures Wasser und gebe ein wenig Kleienmehl hinein, so wird das Gemisch lange stehen dürfen, bis es zum Gären kommen wird; man fülle aber ein anderes Gefäß mit Weinmost und tue zum Überflusse noch etwas Gersten- oder Reismehl hinein, so wird er in einigen Stunden eine solche Gärung bewirken, daß man sich dabei kaum zu raten wissen wird. Wenn aber daraus ersichtlich ist, daß einige Stoffe, die der Mensch wie das Tier als Nahrung zu sich nimmt, mehr oder weniger Kohlen- oder Gärungsstoff in sich haben, so muß es auch klar sein, daß für das Plus dieses Stoffes in eben unserer Leber ein Behälter sein muß, um damit dem Minus dieses Stoffes zu Hilfe zu kommen, wenn derselbe in den zu sich genommenen Nährmitteln in einem zu geringen Verhältnisse vorhanden ist. - Durch diese Gefäße haben wir nun die dritte Gattung kennengelernt.
 
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