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DIE DREI TAGE IM TEMPEL
Gespräche des zwölfjährigen Jesus
- Kapitel 2 -
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Die Vorfrage aber war genommen aus dem Jesaias, 7. Kapitel, 14. Vers und 15. und 16. Vers dazu, und die Verse lauten: ,,So wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie Emanuel heißen. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. Aber ehe der Knabe lernt Böses verwerfen und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlassen sein von seinen zwei Königen."
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Der erstere Teil der Vorfrage bestand darin: wer die Jungfrau und wer ihr Sohn Emanuel sei, und wann dies geschehen werde, daß solch ein Sohn in die Welt geboren werde. Die Zeit müßte schon da sein, indem das Land Jakobs schon seit mehreren Jahren seiner beiden Könige entsetzt sei und nun die Heiden zum Herrn habe. Ob etwa nicht jener vor zwölf Jahren zu Bethlehem von der Jungfrau Maria, die dem Zimmermanne Joseph angetraut war - noch nicht als Weib, sondern als Pflegebefohlene nach dem alten Brauche des Tempels - in einem Schafstalle geborene Knabe, dessentwegen die Weisen vom Morgenlande herbeikamen, um ihn als den verheißenen großen König der Juden zu begrüßen, dem Anna und Simeon im Tempel bei der Beschneidung ein großes Zeugnis gegeben haben, eben jener Emanuel sei, von dem Jesaias geweissagt habe.
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(Der jüngere Schriftgelehrte:) ,,Ja, du mein lieber, recht holder Knabe, mit jener glücklicherweise total verrauchten Geschichte, die in jener Zeit viel von sich reden machte, ist nun und besonders in bezug auf die dunkle Weissagung des Propheten Jesaias, der nur für seine Zeit in stets dunklen Bildern weissagte, soviel als nichts! Denn die Alten haben sich, glaube ich, wie ich es vernommen habe, nach dem Herodischen Kindermord von Bethlehem - bei welcher Gelegenheit sicher auch ihr aus dem Morgenlande begrüßter König der Juden geschlachtet ward - gar aus Judäa irgendwohin geflüchtet und leben vielleicht gar nicht mehr; denn man hat nachher nichts mehr von ihrem Dasein vernommen.
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Als Gott dem Moses auf dem Sinai die Gesetze gab, da bebte beinahe der ganze Erdkreis, und die Geschichte in der Wüste hat bei vierzig volle Jahre gedauert, und es mußte da schon nahezu alle Welt die Allgewalt Jehovas anerkennen. Um so mehr wird sich der in diese Welt kommende Messias, von dem David sang: ,Machet die Tore weit und die Türen der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe! Wer ist der König der Ehren? Es ist der Herr stark und mächtig, der Herr mächtig im Streit! - Machet die Tore weit und die Türen der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe! Wer ist der König der Ehren? Es ist der Herr Zebaoth, Er ist der König der Ehren!`, sicher noch mehr die ganze Welt erbeben machend zeigen!
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Und du, mein holder Knabe, wirst sonach wohl einsehen, daß es da mit der Geburt in Bethlehem, die bereits ganz verschollen ist, bezüglich des anzuhoffenden Messias wohl seine sehr geweisten Wege haben wird! Bedenke nur, wie Ihn David angekündigt hat, und was man zuvor tun solle, so der große König der Ehren aus den Himmeln zu den Juden kommen werde, und bedenke auch, daß da alle Juden zuvor sicher mehrere Jahre werden von großen Propheten - wie von Elias, der in jener Zeit dem Herrn der Ehren vorangehen wird - aufgefordert werden, das ins Werk zu setzen, was der große König David anbefohlen hat, um sich auf eine solch ungeheure Ankunft des allerhöchsten Gottes wohl vorzubereiten!
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