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Vom Wert des freien Willens GEJ 2 Kap 61
von Petra E-Mail  Mo, 30. Mai 2011 um 15:58 MESZ
GEJ 2 Kap 61
1
(Die zwei Engel:) ,,Es kommt demnach auf dieser Erde bei den Menschen alles allein nur auf den freien Willen an und auf die möglichst zwanglose Belehrung, die schon vom Herrn aus so gestellt ist, daß sie für den ausübenden Teil jedem Verstande der Menschen schon auf einmaliges Sagen hinreichend verständlich ist; es kann sich daher niemand entschuldigen, er habe die Lehre nicht verstanden. Denn das ,Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst!` ist so allgemein verständlich wie nur etwas, das jeder Blinde sogar mit Händen greifen kann! Und befolgt jemand tatsächlich diese kurze, leicht faßliche, aber dennoch alles in sich enthaltende Lehre, so wird er dadurch aus seinem Herzen schon ohnehin in alle erdenkliche Weisheit geleitet werden vom Herrn Selbst aus und kann darauf wieder zum Lehrer der Nebenmenschen werden. Und so kann denn einer den andern ziehen so weit, bis ihn der Herr Selbst ergreift und großzieht zu einem wahren Gotteskinde.
2
Das aber ist dann die rechte Verbreitung der heiligen Lehre in der Ordnung der Himmel; alles, was darunter oder darüber, ist vom Übel und ziehet wenig oder gar keinen Segen bei den Pflanzen der Himmel Gottes. - Hast du das wohl alles verstanden?"
3
Sagt Cyrenius: ,,Ja, ich habe alles verstanden! Ich sehe nun vollkommen, zu was Großem diese Erde und ihre Menschen von Gott aus bestimmt sind; nur das einzige Fatale dabei ist, daß neben den Kindern Gottes auch die Kinder der Hölle gewisserart in ein und derselben Schule großgezogen werden, und zwar jegliches für seine Sphäre! Aber ich sehe nun auch wirklich ein, daß es, vom Standpunkte der tiefsten himmlischen Weisheit aus betrachtet, nicht anders sein kann. Der Herr jedoch ist weise, gut und allmächtig zur Übergenüge, einst auch der Hölle eine andere Richtung zu geben! Die Ewigkeit ist ja lang genug dazu, um in ihrer endlosen Dauer allerlei Modalitäten (Arten von Verhältnissen) zu treffen, unter denen sich ihre Kinder am Ende samt ihrem Verlocker und Erzieher ergeben werden!"
4
Sagen die beiden Engel: ,,Da geht deine Vermutung wohl schon weit über unsern Weisheitshorizont! Aber du, als ein Kind des Herrn, stehst deinem Vater offenbar näher, als wir Ihm als pure Geschöpfe nahestehen, und kannst daher auch ein rein göttliches Bedürfnis in dem Herzen eher wahrnehmen denn wir; aber soviel wissen wir auch, daß bei Gott kein Ding unmöglich ist. Weiteres darüber aber vermögen wir dir auch nicht eine Silbe mehr zu sagen.
5
Willst du in dieser Sache tiefere Aufschlüsse haben, so wende dich an den Herrn Selbst; Ihm ist alles übersonnenklar, was die künftigen Ewigkeiten allerdickst verhüllt enthalten. Aber wir meinen, daß Er so etwas wohl kaum einem Sterblichen, wegen der feinen Ohren des Satans, offenbaren wird. Denn der Feind hat tausendmal tausend Ohren, und man muß in der Rede von ihm auf der größten Hut sein, so man ihn nicht noch ärger machen will, als er ohnehin schon ist!"
6
Sagt Cyrenius: ,,Ich verstehe! Ich werde darum davon dem Herrn auch nichts vermelden!"
7
Sage Ich: ,,Brauchst ja nicht laut zu reden; denn Ich verstehe es ja auch, was du in deinem Herzen ganz geheim redest und fragest."

Liebe Geschwister,
nach der letzten Woche, in der ich überhaupt nicht dazu kam, im Wort des HERRN zu sein, gelang es mir heute, gleich einige Kapitel zu lesen.
Vorallem die Kap 58 bis 61 haben es mir "angetan", denn sie enthalten nach meinem Empfinden die Antworten auf die mühseligen Diskussionen unter uns im Forum.

Vielleicht können wir uns im miteinander "Verspeisen" dieser Kapitel einander näher kommen und einander besser verstehen. Jeder von uns ist individuell und steht an einem ganz "eigenen Punkt" in seiner Entwicklung und hat deshalb einen ganz eigenen Zugang zum Wort des HERRN in diesen Kapiteln.

Bisher wollte ein jeder von uns, dem anderen Geschwisterkind seine empfangene Lehre als die "Richtige" nahe bringen. Ich bin dabei, mich zu fragen, ist es dass, was JESUS von uns möchte??? Ist es dass, was in dieser Zeit der Veränderungen not tut??? Was tut not??? Was ist unsere Aufgabe, solange wir hier auf der Erde wirken dürfen??? Wie soll ein Jeder von uns wirken? Alois hat doch bestimmt eine andere Berufung als ich und der Schwache wieder eine ander als Frieda und Frieda wieder eine andere als ich und so weiter...! Dennoch sind wir EINS in Jesus! Wie kann das zur EHRE GOTTES gehen? Das sind so die Fragen, die mir heute durch den Kopf und durchs Herz gingen.

Obwohl ich derzeitig in der "Praxis des täglichen Lebens" ganz schön gefordert bin, ist es mir wichtig, mich mit Euch über diese Fragen auszutauschen. Oder gerade deshalb, weil ich im Moment so sehr gefordert bin. (Heute musste ich mal ein bisschen ausruhen)

Die Hochzeit, die in unserer Familie im Juli stattfinden wird, steckt zusätzlich in den Vorbereitungen, so dass ich voraussichtlich nur an wenigen Tagen zum Schreiben kommen werde. Doch auch für diese "Himmlische Hochzeit", wie Frieda sie nennt, ist es mir wichtig im Wort des HERRN zu bleiben und so weit es geht, mich mit Euch auszutauschen.

Bis hoffentlich bald, verbleibt mit lieben Grüßen
Eure Petra!





Von der Schwierigkeit geistlicher Kommunikation
von Alois Homepage  Di, 31. Mai 2011 um 16:39 MESZ
Liebe Petra,
es ist schwierig ....

Was?

Dort heisst es doch, die Lehre sei einfach und sollte jedem Verstande verständlich sein. Also: Liebe Gott über alles und den Nächsten wie dich selbst.

Was brauchen wir mehr zu wissen, worüber sollen wir schreiben? Können wir einander helfen? Wir kennen uns nicht weiter, wissen nicht, ob wir im praktischen Leben eine Hilfestellung geben könnten.

Was möchte ich damit sagen?
Über die Lehre reden, wenn Jesus das Notwendige in einem kurzen Wort gesagt hat, dass das genüge? Oder ist alles doch etwas komplizierter? Was heisst nur schon allein: "Gott über alles lieben"?

Wenn mich jemand zu einem falschen Gott hinführen will und ich das merke, dann schweige ich meistens nicht, weil der Übertrager noch die Gelegenheit haben soll, sich besser zu orientieren.

Sollen wir über die Liebe ein Loblied singen? - wobei jeder die Stimme irgendwie erheben kann, aber im Herzen es anders aussieht. Wenn es einmal glücklich ist und Gott nahe, wer hört dann wirklich hin und versteht es?

Ich bin traurig. Gerne würde ich meine Empfindungen und Gedanken aus der stillen Zeit übertragen in Worte. Aber ich darf das auch wieder nicht, weil darin Dinge angesprochen würden, die über den Verstand an den andern Menschen gelangen, und dieser die Liebe und Weisheit, die ich im Lichte erkenne, nicht erkennen kann oder in einen Zwang geführt würde.

Heute machte ich mir Gedanken über den Dialog, über das Lobpreisen Gottes in gemeinsamem Schwingen zur Wahrheit hin. Dieses hier ist immer noch nur die Sprache des Verstandes und darum nicht jener Dialog zum Lobpreis Gottes hin, der mir vorschwebte.

Ja, ein Anfang ist jetzt eigentlich gemacht, aber hier möchte ich nicht mitschwingen, weil die Lehre der neuen Bibel mir nicht gefällt, da sie die Eigenliebe züchtet. Nun müsste ich wieder darüber schreiben und meine Aussage begründen. Das ist aber überhaupt nicht der Dialog, den ich mir wünsche.

Noch einmal versuche ich es mit einem Forum für eine Kommunikation hin in die Liebe, Wahrheit und Schönheit des göttlichen Lebens über das Wort und das stille Nachsinnen und die Hinwendung zum göttlichen Vater. Das Innewerden muss viel höher stehen als die Worte, die nach aussen gehen. Die Worte können zwar gekünstelt gerichtet werden, dass es den Anschein von Gottverbundenheit macht, aber im Herzen sieht es nicht nach Frieden, Freude, Liebe, Sehnsucht und Dankbarkeit aus.

Doch, früher, als ich noch weniger im Verstand war und nur im Herzen irgend eine höhere Wahrheit und ein Wesen der Liebe erhoffte, konnte ich fast besser darüber schreiben als heute. Zwar habe ich heute viel mehr Klarheit, doch das innere Wesen ist auch gewachsen und weiss mehr über die Wahrheit und sieht zugleich, dass die göttliche Liebe viel umfassender ist, als wir zu empfinden und zu beschreiben fähig sind. Wir können dazu in der Bibel lesen, dort gibt es wundervolle, tief ergreifende Texte über die Liebe Gottes. Über was sollen wir denn noch schreiben? Über unsere eigenen Fortschritte oder Probleme? Ist hier der Platz dafür? Oder sind die Probleme eine reine Angelegenheit des Glaubens, des Vertrauens und der Hoffnung, die nur zwischen dem himmlischen Vater und mir geklärt werden können?

Hier breche ich nun ab. Du hast einen kleinen Einblick in meine Gedanken nehmen können und vielleicht bemerkt, dass alles viel tiefer reicht und reiner sein müsste, als es uns in der Welt und unter dem Einfluss verschiedener Geister möglich ist. Wir sind uns hier zu wenig einig. Gott über alles lieben, heisst auch, dass wir IHN einigermassen erkennen und noch besser kennen lernen wollen. Wenn nun ich Gottes dringliche Botschaft an uns zu erkennen glaube und meine Nächsten etwas anderes höher stellen, das ich aber geprüft habe und als minderwertig erkannt habe und das auch gesagt habe, aber es nicht angenommen werden will, dann muss ich mich zurückziehen und einen Platz suchen, wo ich bessere Möglichkeiten habe, mich auf die Wahrheit der Liebe Gottes und sie selbst zu konzentrieren. Es braucht dazu Menschen, die verwandten Geistes sind und offen für Gottes Führung. Der Mensch ist vielen Täuschungen unterworfen, das sollte er wissen, dann fände er auch mehr zu rechter Demut. Dies zu überprüfen sollte eine unserer wichtigsten Tätigkeiten hier im Erdenleben sein, denn nur in rechter Demut können wir echt lieben. Rechte Demut reicht aber sehr tief .... und dort angekommen, möchte der Mensch sich austauschen über die Liebe Gottes und geht nach aussen. Dort redet man - und wird nicht verstanden. Man streitet, ist verschiedener Meinung und der eine glaubt, tiefer als der andere in der Demut und der Liebe zu stehen. - Warum sagte Jesus, Er alleine sehe in die Herzen der Menschen?

Hier sage ich überhaupt nicht, dass ich meine, in der rechten Liebe und der rechten Demut zu stehen. Nein, sonst würde mich das nicht so sehr beschäftigen. Darum weiss ich ja, wie tief man in sich forschen muss, um erkennen zu können, was wahre Demut ist. Auf dem Weg in die Demut erkennt man die Welt und deren Nöte besser und man will durch die wachsende Liebe durch zunehmende Demut helfen, bevor man selbst vollkommen ist, denn wir können gar nicht vollkommen werden, wenn wir nicht zur Liebe schreiten, die sich in der Tat und in Mut ausdrückt, der aus dem Vertrauen in die Liebeweisheit des unergründlichen Vaters kommt. - Unergründlich?

Ich habe wieder mehr geschrieben als zunächst gewollt. Es lebt in mir und ich lasse es ein Stück weit leben, auch hier, weil du gefragt hast, liebe Petra.

Wieviel Zwang und Aufdringlichkeit schwingt in meinen Worten? - Siehst du, ich habe noch gar nicht alles gesagt, und doch besteht schon die Gefahr, dass man andern sein eigenes Denken aufdrängt. Darum sollte es freiwillig sein, die Menschen sollten aus freiem Willen zusammenfinden, sich aus freien Stücken durch die innere Hinwendung unter Jesu Gnadenfluss stellen und darauf vertrauen, dass der Weg, auf dem sie gehen, zu Ihm hinführt. Das Menschengeschlecht ist aber ziemlich verdorben, die Erziehung lehrt uns kaum mehr, im Herzen kindlich zu bleiben und mehr auf die innere Führung zu achten denn auf die Lehren der Welt.

Liebe Grüsse
Alois


Re: Vom Wert des freien Willens GEJ 2 Kap 61
von Petra E-Mail  Di, 31. Mai 2011 um 18:43 MESZ
Lieber Alois,
nach einem anstrengenden Tag tut es so richtig gut Deinen Beitrag zu lesen. Ich spüre die Verwandschaft mit Dir. Auch einiges Unausgesproche kann ich im Herzen wahrnehmen. Die Fragen, die Du stellst, bewegen mich auch.
Die Antworten auf unsere Fragen kann uns eigentlich nur JESUS selbst geben. Doch wie kann ER dies tun? Wie können wir sicher sein, dass die Antworten wirklich von IHM kommen? Du hast recht, wir stehen immer in der Gefahr, getäuscht zu werden.
Bisher ist es JESUS oft gelungen, mich vor Täuschungen zu bewahren oder anders gesagt, ich spüre oft, wenn etwas "nicht stimmt". Aber ich kann es mit Worten schwer beschreiben, wie ich das spüre, warum ich das spüre.

Heute Morgen kam ich noch dazu das Kap. 62 zu lesen. Auch darin sind Antworten zu finden, die wir suchen:
Kap.62
2
" Sage Ich: ,,Das ist ja ganz leicht und ganz natürlich! Alles, was du dir nur immer denken kannst und magst nach deinem Gefühle im großen Gehirne, kommt zuvor aus dem Herzen; denn jeder noch so geringe Gedanke muß ja doch zuvor irgendeine Anregung haben, durch die er als notwendig hervorgerufen wird. Wenn der Gedanke erst im Herzen irgendeines Bedürfnisses halber angeregt und erzeugt ward, so steigt er dann erst auf in das Gehirn des Kopfes zur Beschauung der Seele, auf daß diese darauf die Glieder des Körpers in die geeignete Bewegung setze, damit der innere Gedanke sogestaltig zum Worte oder zur Tat werde; aber daß je ein Mensch pur im Kopfe denken könnte, wäre die platteste Unmöglichkeit! Denn ein Gedanke ist eine rein geistige Schöpfung und kann darum nirgends entstehen denn allein im Geiste des Menschen, der im Herzen der Seele wohnt und von da aus den ganzen Menschen belebt. Wie möglich aber könnte sich je eine Schöpfung aus irgendeiner noch so subtilen (feinen) Materie entwickeln, da alle Materie, somit auch das Gehirn des Menschen, nichts als eine purste Materie ist und somit nie Schöpfer, sondern nur Geschaffenes sein kann?! - Verstehst du nun wohl solches und fühlst es vielleicht gar schon, daß kein Mensch etwas im Kopfe zu denken vermag?"

3
Sagt Cyrenius: ,,Herr, ja ich fühle das nun ganz lebendig! Aber wie geht das denn zu? Es kommt mir jetzt wahrlich so vor, daß ich von jeher bloß nur im Herzen gedacht habe! Merkwürdig! Wie ist denn das? Ja, ich fühle förmliche Worte im Herzen, und das als ausgesprochene Worte, und es kommt mir nun gar nicht mehr vor, daß es möglich wäre, im Kopfe einen Gedanken zu fassen!"
4
Sage Ich: ,,Das ist die ganz natürliche Folge deines stets mehr und mehr geweckt werdenden Geistes im Herzen, der da ist die Liebe zu Mir und durch Mich zu allen Menschen."

Weißt Du, dieser Auszug aus diesem Kapitel berührte und bestätigte in meinem Herzen auch einiges von dem, was Du geschrieben hast.

Eine andere Frage, die mich genauso bewegt, wie Dich ist: "Was ist wahre Demut?" Ob diese Frage wohl jemals erschöpfend zu beantworten ist?
Ich versuche es trotzdem mal ansatzweise:
Demut ist für mich, wenn ich bereit bin, immer zu lernen.
Demut ist für mich, wenn ich bereit bin, anzunehmen, aufzunehmen was mir von JESUS (durch welchen Menschen, welche Situation auch immer) gegeben wird. Demut ist, wenn ich das Angenommene, das Aufgenommene in der rechten Weise weitergebe.
Demut ist für mich auch, zu lernen den Anderen zu akzeptieren und anzunehmen, auch wenn ich denke, es besser zu wissen. Ich will lernen, den Jenigen dann nicht "belehren" zu wollen, sondern ihn in JESUS Hände zu geben. Ich will lernen zu unterscheiden, wann ich "dran" bin etwas zu lehren, zu verbessern und wann es nur "dran" ist zu beten und JESUS wirken zu lassen. Ja Demut ist für mich wirklich in der Hauptsache .. zu lernen...
Demut ist für mich auch, wenn ich im Herzen. in jeder Situation wahrhaft meine: "HERR, doch nicht mein, sondern DEIN Wille geschehe!!!" Hierbei darf ich beachten, dass SEIN Wille immer mehr zu meinem Willen wird, je näher ich mich IHM zuwende, ja mehr Zeit ich innig mit IHM verbringe! ER kann mir SEINEN Willen (für mich unmerklich) in mein Herz legen, so als wäre es mein Wille. -- es ist schwierig, dies so auszudrücken, dass keine Missverständnisse entstehen, aber vielleicht verstehst Du in Deinem Herzen wie ich das meine....

Lieber Alois, dein Beitrag ist so inhaltsreich... wir werden sicherlich noch mehr ins (schriftliche) Gespräch kommen, doch für heute bin ich nicht mehr in der Lage, noch mehr zu schreiben. Ich bin einfach müde!

Gute Nacht und bis bald grüßt Dich herzlich
Petra!






Re: Vom Wert des freien Willens GEJ 2 Kap 61
von Alois Homepage  Mi, 1. Jun 2011 um 3:34 MESZ
Liebe Petra,
es hat mich auch gefreut, deine Worte zu lesen.

Gestern hatte ich viel Ruhe, habe viel geschlafen und mich in leichter Weise in Besonnenheit geübt. Am Abend schlief ich nochmals, bin nun aber seit Mitternacht auf und habe einiges getan, z.B. rufe ich auf zum Dialog. Ob das verstanden wird, was ich dort meine?

So kann ich mich auch nicht zu sehr verzetteln, auch wenn das gerade bei mir eine Schwäche ist, der ich immer wieder huldige, und das auch deshalb, weil ich nicht angestrengt nur auf Disziplin und Strenge ausgerichtet bin. Dadurch könnte man sich verfahren und das Ohr verschliessen vor der Stimme Gottes, die lebendig ist. Viele machen sich selbst die Stimme Gottes und meinen, dass sie Gott verstehen würden, was aber - vorsichtig gesagt - nicht gerade auf demutsvolle Sehnsucht - d.h. Liebe - nach dem Vater hinweist.

Deine Gedanken zur Demut kann ich gut nachvollziehen. Ich habe von Beginn an ein gutes Gefühl für dich, liebe Petra. Selten liege ich darin falsch. Dies auszusprechen ist aber gewagt und vielleicht falsch, denn etwas hervorzuheben bedeutet gleichzeitig, etwas anderes zu verniedlichen. So empfindet und erkennt man vieles, das man kaum aussprechen kann, weil es sehr verflochten ist und Worte darüber nur einen kleinen Schimmer vermitteln, vielleicht sogar Missverständnisse hervorrufen.

Ich habe die Vergünstigung, ziemlich frei von Weltverpflichtungen zu sein. Manchmal frage ich mich, wie ich denn früher geistig arbeiten konnte, als ich noch voll berufstätig war (nur bis 57). Auch damals konnte ich schon viel für die Verbreitung der Wahrheit wirken. - Die Zeit ist ein Geheimnis für sich. -

Ich erwähnte das, weil ich mich nun freue, mich in nächster Stunde noch mehr in die Stille zurückziehen zu dürfen, während für andere der lärmige und aufreibende Tag beginnt. - Aber manchmal fehlt mir doch auch die Begegnung mit Menschen und der nützliche Dienst am Mitmenschen. Ich war ja schon in der Pflege und Betreuung tätig ..... körperlich und handgreiflich, von Auge zu Auge usw., nicht nur geistig wie jetzt. Auch eine sehr verständnisvolle Lebenspartnerin ist mir gegeben, und auch sie schätzt eine gewisse Distanz, damit die Stille mehr Raum hat (d.h. wir wohnen nicht zusammen, begegnen uns aber gerne und gehen auch gerne mal unter die Leute....).

Sicher wünsche ich Dir alles Gute und viel Herzensfreude, Liebe und Dankbarkeit in Jesu Begleitung! Das wünsche ich allen, bei Dir aber glaube ich erkennen zu können, dass es auch wirklich seine Wirkung hat.

Liebe Grüsse!
Alois