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Allezeit guten Mutes von 1 bis 5 - Belegt durch DAS WORT GOTTES
von Josef Beitrag bearbeiten  Mi, 23. Nov 2022 um 16:26 MEZ
(Zuletzt bearbeitet am Mittwoch, 23. November 2022 um 16:36 MEZ)
Allezeit guten Mutes (01)

Bibelstellen: 2. Korinther 5,5.6
Wir schließen diese Kapitel über das Evangelium unseres Heils mit den inspirierten Worten:
„So sind wir nun allezeit guten Mutes“, und wünschen, dass jeder Leser das von Herzen sagen kann.

„Guten Mutes!“ Ja, lieber Freund, aber nicht der gute Mut der Unwissenheit, der das Leben hier mit einem Sprung ins Ungewisse verlässt; der sich in falscher Sicherheit wiegt, während das Haus unter ihm brennt; auch nicht der gute Mut des Selbstvertrauens, der sich der Sicherheit rühmt, während das Schiff in sein wässriges Grab hinabsinkt; sondern der gute Mut jener, deren Augen für ewige Tatsachen offen sind; die die Sünde und ihre eigenen Sünden betrachtet haben; die die Gerechtigkeit Gottes gesehen haben; die durch Glauben in den Himmel und in die Hölle geschaut haben und die nach diesem allen nicht auf sich selbst vertrauen, sondern still und friedevoll in Gott ruhen.
Solche, die dem Evangelium nicht glauben, mögen wackelige Gründe für ihre Zuversicht haben; aber wir sind solche, die „durch den Geist Gottes dienen und uns Christi Jesu rühmen und nicht auf Fleisch vertrauen“ (Phil 3,3).
Auch heißt es nicht nur: „guten Mutes“, sondern: „allezeit guten Mutes“. Manche Kinder Gottes haben für einen Moment Zuversicht und verlieren sie dann wieder; es geht ihnen wie bei einem Sonnenstrahl, der die Wolke durchbricht und dann verschwindet; sie sind wie der wechselhafte Ozean, heute ruhig und morgen aufgewühlt – einen Tag spiegelt sich der Himmel auf ihm, den anderen Tag sieht man nur die unruhigen Wellen; das ist nicht „allezeit guten Mutes“.
Christliche Zuversicht gründet sich auf eine feste Grundlage, einen Felsen, der unbeweglich ist; darum haben wir hier das „so [o. daher]“ des Apostels. Gott selbst ist das Fundament dieses Vertrauens. „Der uns aber eben hierzu bereitet hat, ist Gott, der uns [auch] das Unterpfand des Geistes gegeben hat. So sind wir nun allezeit guten Mutes“ (2. Kor 5,5.6). Der Fels, auf den diese Männer damals vertrauten, war Gott; und weil Gott ihr Fels war, konnten sie in ihre Herzen schauen und von dort hinauf zum Thron der Herrlichkeit, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt; sie konnten auf sich selbst blicken als Diener; sie konnten auf die täglichen Prüfungen sehen; auf den Märtyrertod; auf das Wiederkommen ihres und unseres Herrn; ja noch mehr, auf den Richterstuhl Christi; und mit Blick auf dieses alles konnten sie aufrichtig und freudig verkünden: „Wir sind allezeit guten Mutes.“
H. Forbes Witherby
https://www.bibelstudium.de/articles/3627/allezeit-guten-mutes-01.html´

Allezeit guten Mutes (02)

Bibelstellen: 2. Korinther 4,6

Wir sind guten Mutes, wenn wir unsere
Herzen mit Gottes Augen sehen

Gott hat in unsere Herzen geleuchtet (2. Kor 4,6). Einst waren diese Herzen ein moralisches Chaos, einst waren sie finster und tot; kein Licht keine Liebe war darin und Feindschaft gegen Gott schritt durch die Dunkelheit; es wimmelte vor sündigen und bösen Leidenschaften, den Auswüchsen moralischer Verdorbenheit. Wir alle hatten einst unseren Verkehr „in den Lüsten unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten und von Natur Kinder des Zorns waren“ (Eph 2,3). Doch Gott leuchtete hinein; Gott sagte: „Es werde Licht, und es war Licht.“ Da war eine neue Schöpfung und sie war ganz und gar von Gott. Der Schöpfer brachte in seiner souveränen Gnade etwas in diese Herzen, was dort von Natur nicht war; durch sein eigenes Licht zeigte er, was Sünde ist, was das Ich ist, und durch seine Liebe bewies er die Vorzüglichkeit seines Lichtes. Ja, all Gläubigen dürfen sagen: „Gott hat in unsere Herzen geleuchtet.“
Die Kraft des Geistes Gottes hat uns unsere Schuld, unsere sündige Natur, bewusst gemacht, und das durch nichts Geringeres als den Glanz, der von der Person des Sohnes Gottes ausgeht, der im Himmel thront. Noch mehr, das Herz Gottes und seine Herrlichkeit sind uns in der Person seines Sohnes offenbart worden. Daraufhin konnten unsere Herzen sich in dem Licht des Lebens erfreuen. Gott kennt diese Herzen; kein Pulsschlag unseres inneren Wesens ist seinen Blicken verborgen; er allein weiß, wie dicht die Finsternis war, die uns einst erfüllte, und wie dumm wir waren zu versuchen, die Finsternis aus unseren Herzen hinauszuwerfen. Denn in den vergeblichen Bemühungen, unsere Natur zu verändern, glichen wir den Schildbürgern, die versuchten, die Finsternis aus einem Haus ohne Fenster mit Säcken hinauszutragen. Aber der überwältigende Beweis dafür, dass Gott für uns ist, liegt darin, dass er in uns geleuchtet hat. Und die Finsternis musste seinem Licht weichen.
Wo bleibt da noch Raum für Zweifel, um nicht zu sagen Verzweiflung, wo Gott selbst doch diese Sache bewirkt hat? Das Wunder ist seine Gnade und Liebe. „So sind wir nun allezeit guten Mutes.“
Wir sind guten Mutes, wenn wir zum Himmel aufschauen
Von dem finstersten Punkt auf der Erde wandten diese Männer damals ihren Blick zu dem hellsten Platz im Himmel. Von ihren eigenen Herzen sahen sie auf Christus auf dem Thron in der Herrlichkeit. Das Auge des Glaubens verfolgte den Sonnenstrahl, der in das dunkle Herz leuchtet, bis zu seiner herrlichen Quelle. „Und süß ist das Licht, und wohltuend den Augen, die Sonne zu sehen“ (Pred 11,7). „Wir sehen aber Jesus, der ein wenig unter die Engel wegen des Leidens des Todes erniedrigt war, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt“ (Heb 2,9). Ja, wir sehen einen Gekreuzigten auf dem Thron in der Herrlichkeit und jubeln, denn das Licht, dass unsere Sündhaftigkeit offenbar macht, scheint aus dem Angesicht dessen, der unsere Schuld getragen hat.
Die Wundmale Jesu in der Herrlichkeit verkünden die gute Botschaft, dass unsere Schuld bezahlt, unser Gericht getragen, unser alter Mensch gekreuzigt ist. Als Haupt der neuen Schöpfung und Erstgeborener aus den Toten lebt er in der Herrlichkeit, der Heiland aller, die ihr Vertrauen auf ihn gesetzt haben, der Beweis ihrer Sicherheit, der Anführer ihrer vollkommenen Errettung. Und weil er, der an unserer Stelle am Kreuz starb, jetzt in der Herrlichkeit lebt und weil Gott uns den droben Verherrlichten offenbart hat und uns unsere gegenwärtige Sicherheit in ihm gezeigt hat und dass das Ergebnis unseres Glaubens, das Ende unserer Erwartungen sein wird, Christus gleich zu sein, deshalb sind wir, wenn wir hinauf in den Himmel schauen, „allezeit guten Mutes“.
Wir sind guten Mutes angesichts der Gerechtigkeit Gottes
Der Gottlose würde ein Evangelium ohne Gerechtigkeit freudig begrüßen. Schon vor Jahrhunderten sprach der Tor in seinem Herzen: „Es ist kein Gott.“ Denn die Furcht vor Gott beunruhigt den Sünder und beschert ihm lästige Stunden, bis sein Gewissen wie mit einem Brenneisen gehärtet und durch Gleichgültigkeit dick geworden ist, abgestumpft im Hinblick auf die Angst vor dem kommenden Gericht. Doch die Gerechtigkeit Gottes ist genau das Fundament des Evangeliums Gottes. Gott hat seine Paläste der Liebe auf den Felsen seiner Gerechtigkeit gebaut, und der Gläubige betritt ihre Höfe in der Freimütigkeit der Gewissheit, dass seine Sünden der Gerechtigkeit Gottes gemäß weggetan sind und dass das Kreuz Christi, für das diese Sünden der Anlass waren, den Ansprüchen der Gerechtigkeit Gottes genügt hat.
Die Gerechtigkeit Gottes, die einst gegen uns war, ist jetzt für uns. Sie fordert die Segnungen, die Christus den Seinen erworben hat, für jeden, der in Christus ist. Die Gerechtigkeit Gottes hat Christus aus den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit gegeben, damit „wie er ist auch wir sind in dieser Welt“ (1. Joh 4,17). So ist unsere Annahme bei Gott. „So sind wir nun allezeit guten Mutes.“
H. Forbes Witherby

https://www.bibelstudium.de/articles/3628/allezeit-guten-mutes-02.html

Allezeit guten Mutes (03)
Bibelstellen: 2. Korinther 4,7-5,1
Wir sind guten Mutes, veranlasst durch unsere Schwachheit
Wir sind nur Gefäße, und zwar irdene Gefäße, schwach und zerbrechlich; aber das Empfinden der Schwachheit bewirkt nie einen Mangel an Zuversicht, wenn man sich in Gottes Gegenwart aufhält. Gott hat einfache und zerbrechliche Gefäße ausgewählt, um seine Herrlichkeit in ihnen zu lagern. Er füllt sie mit dem unaussprechlichen Reichtum seines eigenen Lichts; und er hat sein Licht hineingetan, damit es hervorstrahle! Und wenn es aus dem Herzen und Leben hervorstrahlt, dann zeigt es der Welt – wenn auch in schwacher Weise – die Realität der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi. Möchten doch die irdenen Gefäße dieses Licht in größerem Glanz beinhalten. Der gegenwärtige Unglaube bezeugt aus seinem eigenen Mund und Leben, dass der menschliche Verstand unfähig ist, die Schriften zu verstehen. Ohne den Geist Gottes bleibt das Wort Gottes in der Hand des Menschen ein versiegeltes Buch. Doch Gott hat seinen Geist in die Seinen gesandt, damit Kraft von ihnen ausgehe zu seiner Herrlichkeit auf der Erde. Er ändert nicht das irdene Gefäß, um das zu erreichen. Würde er das tun, dann käme dem Gefäß vielleicht mehr Ehre zu als dem Inhalt. Die Überschwänglichkeit der Kraft ist Gottes und nicht aus uns.
Die Schwachheit des Gefäßes bleibt. Umstände ändern sich nicht durch die Bekehrung. Es gibt Christen, die erwarten, dass sie durch die Neugeburt goldene Gefäße werden; doch auch wenn der Schatz wertvoller ist als Gold, besitzen wir ihn „in irdenen Gefäßen“. Während wir also den Platz als Gefäße beibehalten, bewirkt Gott, dass Christus aus uns hervorstrahlt, und das beweist den göttlichen Schatz in uns. Weil Gott uns dazu bereitet hat, sind wir nun „allezeit guten Mutes“.
Wir sind guten Mutes in den Prüfungen des Lebens
Kummer und Schmerz sind das Erbe der Menschenkinder. Prüfungen müssen ertragen werden, Bedrängnisse sind ihnen bestimmt; und der Christ hat neben den Prüfungen, die allen Menschen gemein sind, noch Prüfungen, die von anderer Natur sind. Er hat den Geist Gottes in sich, und damit hat er Augen, die Sünde und Leid so sehen, wie Gott sie sieht. Er hat die Gesinnung Christi, und damit ist er fähig, das Herz seines Herrn und seine Wünsche für sein Volk zu kennen und das Abweichen des Menschen von Christus in gewissem Maß zu verstehen. Außerdem ist er berufen, für Christus zu leiden, in einer Welt, die Christus entgegen ist und schon immer war. Doch sollen Leiden seinen Triumphgesang verstummen lassen? Höre, was solche sagen, die gelitten haben, wie es Christen in unseren Tagen selten müssen: „Überall bedrängt, aber nicht eingeengt; keinen Ausweg sehend, aber nicht ohne Ausweg; verfolgt, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht umkommend.“ Nein, diese Prüfungen riefen in ihrem Leben einen duftenden Wohlgeruch hervor. Diese Menschen waren wie Kräuter, die, wenn sie kleingestoßen werden, ihren Duft entfalten, oder wie das Gras, das, wenn es abgeschnitten wird, die Frühlingsluft mit süßem Geruch erfüllt. So wie sie das Sterben Jesu in ihren Leibern umhertrugen, so wurde auch das Leben Jesu, seine Schönheit und seine Gnade, in ihren sterblichen Leibern offenbart.
Im Himmel, in verherrlichten Leibern, wird von den Seinen der Wohlgeruch Christi ausgehen, aber auch auf der Erde, in schwachen, sterblichen Leibern, sollte die Offenbarung des Lebens Jesu in uns zu sehen sein. Man wird zugeben müssen, dass diejenigen, deren Herzen am meisten von dem verherrlichten Christus kennen, auch in ihrem Leben am meisten von dem gekreuzigten Christus zeigen. Die Kenntnis eines verherrlichten Christus ist das Segel eines Bootes, das die himmlische Brise einfängt und das Boot himmelwärts beschleunigt; das Umhertragen des Sterbens Jesu im Leib ist die Stabilität der Seele, die sie in Wellen und Stürmen aufrechthält. Das mit der Person des Verherrlichten erfüllte Herz ist von einem Gegenstand erfüllt, der die Kraft und Energie des göttlichen Lebens hervorruft und uns zum Himmel und zu Christus hintreibt. Das mit dem Tod Christi erfüllte Herz – durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt und durch den der alte Mensch mit Christus gekreuzigt ist – ist von einem starken und Christus ähnlichen Geist erfüllt, der die Schritte dahin lenkt, dass sie dem Pfad folgen, den der Herr hier auf der Erde gegangen ist. Es ist ein praktisches Wort, dass wir im Leib das Sterben des Herrn Jesus – das Sterben am Kreuz – umhertragen, damit das Leben (der Charakter) Jesu in unseren sterblichen Leibern offenbar werden möge.
Sie wachsen täglich durch Leid und Bedrängnis, werden ihrem Meister immer ähnlicher, offenbaren das Leben Jesu in den alltäglichen Dingen, und in diesen Leiden und Verfolgungen hört man wieder das von Gott gegebene Wort von ihren Lippen: „So sind wir nun allezeit guten Mutes.“
Wir sind guten Mutes, wenn der Märtyrertod droht
Selbst das erschütterte ihr Vertrauen nicht. Stündliche Kämpfe, Prüfungen, Verlegenheiten waren das Teil dieser edlen Männer und sie mussten mit ansehen, wie sich einige Herzen von Christus abwandten und es bei anderen im Volk Gottes Schwierigkeiten gab, und über allem drohte der baldige Märtyrertod. „Wir, die wir leben, werden allezeit dem Tode überliefert um Jesu willen.“ Doch ihr Siegesschrei des Glaubens nahm dadurch nicht ab. Am Ende würde der Eingang in die Gegenwart dessen stehen, der für sie starb. „So sind wir nun allezeit guten Mutes.“
Wir sind guten Mutes angesichts des Todes
Lasst uns dem Tod ruhig entgegensehen; er mag uns schon bald ereilen. Wie werden wir den „König der Schrecken“, wie die Welt ihn bezeichnet, begrüßen, den Gott, wenn er über sein Volk spricht, als Schlaf beschreibt? Mit diesen Worten: „Wir wissen, dass, wenn unser irdisches Haus, die Hütte, zerstört wird, wir einen Bau von Gott haben, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, ein ewiges, in den Himmeln“! „Wir wissen“! Was für eine Sicherheit; und wieder gründet sich die Zuversicht auf Gott. Das verfallende Zelt wird eingetauscht gegen den Bau von Gott. Es ist wahr, dass Gott unsere Leiber aus Staub gemacht hat und dass wir ihm unsere Existenz auf der Erde verdanken, aber die Sünde hat die Schönheit unseres Zeltes verdorben. Verfall hat es ergriffen. Der Tod wird es niederreißen. Was dann? In die Erde gelegt, wird es nicht mehr gefunden werden. Aber ein beständiger Bau wird auferstehen, ein Haus erwartet jeden erlösten Geist, ein ewiges Haus in den Himmeln. Gott hat einen Auferstehungsleib für uns in der Zukunft und eine Heimat in der Herrlichkeit, die auf uns warten.
Und Gott selbst hat das bewirkt. Ja noch mehr: Sollte der Tod kommen, sollten wir ausheimisch von dem Leib und einheimisch bei dem Herrn sein, dann wird Jesus selbst in einer besonderen Weise in der Stunde des Todes bei uns sein. Denn so wie die Schwachheit des Kindes die besondere Fürsorge seiner Mutter nötig macht, so ruft die Schwachheit der Seinen in der Stunde ihres Todes auf bemerkenswerte Weise die zarte Fürsorge des Herrn für sie hervor. Es mag geschehen, dass, wenn die Füße eines Gläubigen an das Ufer des Jordan kommen, das Herz Kälte empfindet wie bei dessen Wasser. Er mag um die Vergebung wissen und sich der Herrlichkeit gewiss sein, und dennoch mag es ihm an der Freude mangeln, nach Hause zu gehen. Ich erinnere mich an ein solches Beispiel. Die Schwester, die ich meine, hatte jahrelang die Segnungen des christlichen Lebens gekannt und hatte keine Zweifel bezüglich ihres Heils und sagte dann doch, als der Tod näherkam: „Alles scheint so dunkel und einsam.“ Das Wort: „Ich bin bei dir“, war es dann, was die Dunkelheit in Licht und die Einsamkeit in Freude verwandelte. „Ich bin jetzt nicht allein“, sagte sie, „Jesus ist bei mir. Seine Person und auch sein Werk erfüllen jetzt meine Seele.“ Und so überquerte sie den Fluss, dessen Wassermacht sein Tod für die Seinen vor 1800 (jetzt 2000) Jahren brach.
Der Apostel konnte in seiner tiefen Vertrautheit mit der Person des Herrn Jesus sagen: „Wir sind aber guten Mutes und möchten lieber ausheimisch von dem Leibe und einheimisch bei dem Herrn sein. Und auch wir dürfen, wenn wir betrachten, wozu Gott uns bereitet hat, ausdrücken: „So sind wir nun allezeit guten Mutes.“
H. Forbes Witherby
https://www.bibelstudium.de/articles/3629/allezeit-guten-mutes-03.html


Allezeit guten Mutes (04)

Bibelstellen: 2. Korinther 5,2-10
Wir sind guten Mutes im Hinblick auf das Kommen des Herrn
Der Herr ist nahe. Sein Kommen ist sicherer als der Tod, denn „wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden.“ Wie werden wir ihm begegnen? Diese Männer des Glaubens wünschten sich nicht den Tod: „wiewohl wir nicht entkleidet … werden möchten“. Ihre Hoffnung war die erste Auferstehung und das Kommen des Herrn, wenn sie „überkleidet“ werden würden. Dann würde das Sterbliche verschlungen werden von dem Leben. Denn wie die aufgehende Sonne die Dunkelheit nicht nur vertreibt, sondern sie mit ihren Strahlen verschlingt, so wird unser Herr bei seinem Kommen nicht nur unsere Ängste und Sorgen verscheuchen, sondern alles in uns, was Gebrechlichkeit, Sünde, oder körperliche und geistliche Schwachheit betrifft, wird für ewig vorbei sein.
Wenn wir sein Kommen betrachten, das Anbrechen des Auferstehungsmorgens, das Lied der Freude beim erwachenden Licht, die Reinheit und den Frieden des herannahenden Sonnenaufgangs, ja wenn wir ihn selbst anschauen wie er ist, sollten wir da nicht ausrufen, dass wir nun, weil Gott uns für jenen Tag bereitet hat, „allezeit guten Mutes“ sind?
Wir sind guten Mutes angesichts des Richterstuhls Christi
Wir wollen über den Tod hinausblicken, über das Kommen des Herrn und die Herrlichkeit der Auferstehung, über jene Stunde, wenn die Seinen in sein Bild verwandelt werden, hinein in die Heimat droben. Wir wollen auf den Richterstuhl Christi hinblicken. Dort werden unsere Werke offenbar werden; dort wird die Kreatur von Angesicht zu Angesicht vor dem makellosen Licht stehen. „Wir müssen alle vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit ein jeder empfange, was er in dem Leib getan, nach dem er gehandelt hat, es sei Gutes oder Böses“ (2. Kor 5,10). Aber die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Dem Richterstuhl können wir ruhig entgegensehen.
Sollte der Gläubige seinen Körper ablegen, bevor der Herr kommt, dann wird sich sein Geist zu dem Herrn aufschwingen: „ausheimisch von dem Leib und einheimisch bei dem Herrn“. Und wenn der Herr kommt, wird der Leib als verherrlichter Leib von den Toten auferweckt, das Verwesliche wird Unverweslichkeit angezogen haben, und dann wir der erlöste Geist mit seinem verherrlichten Leib wiedervereinigt werden. Sollte der Gläubige jedoch noch auf der Erde leben, wenn der Herr kommt, dann wir der Herr seinen sterblichen Leib verwandeln und ihm einen verherrlichten Leib geben, und so wird das Sterbliche Unsterblichkeit anziehen. Somit werden alle, ob auferweckt oder verwandelt, dem Herrn bei seinem Kommen in verherrlichten Leibern begegnen. Wir werden daher in bereits verherrlichten Leibern, in Gleichförmigkeit mit dem Herrlichkeitsleib Christi, „vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden“. Dieser Richterstuhl sollte nicht mit dem großen weißen Thron verwechselt werden, von dem wir in Offenbarung 20,11–15 lesen. Dieses Gericht wird am Ende der Weltgeschichte stattfinden, nachdem die Erde selbst entflohen ist. An jenem Gerichtstag werden die auferstehen, die bei dem Kommen des Herrn nicht auferweckt oder verwandelt wurden. „Die übrigen der Toten wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung. Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung!“ Wir dürfen also sogar hinblicken zu dem Richterstuhl des Christus und mit heiliger Kühnheit sagen: „So sind wir nun allezeit guten Mutes.“
H. Forbes Witherby
https://www.bibelstudium.de/articles/3630/allezeit-guten-mutes-04.html


Allezeit guten Mutes (05)
Bibelstellen: 2. Korinther 5,9; Johannes 14,15
Die praktischen Ergebnisse
Es ist eine seltsame Verwegenheit des Unglaubens, eine Mutmaßung, die zu behaupten wagt, der Mensch sei umso heiliger, je mehr es ihm an Gottvertrauen mangelt und dass die Angst, am Ende nicht errettet zu werden, ein gesundes Gegengewicht gegen böse Lüste sei oder dass Heilsgewissheit zu losem Verhalten führe. Selbst wenn wir einmal der falschen Behauptung Raum gäben, dass ein reines Leben und Misstrauen gegenüber Gottes Wort zusammengehörten, hätten wir es mit einem reinen Leben zu tun, das durch Beweggründe angetrieben würde, die Gott nicht gefallen. Denn aus einem solchen Samen der sklavischen Gottesfurcht können unmöglich Früchte hervorkommen, die für seine Liebe annehmbar wären.
Von Gott bewirkte Zuversicht ist die Grundlage eines heiligen Wandels vor Gott; diese Zuversicht wird durch die Erkenntnis Gottes bewirkt, und die Erkenntnis Gottes führt das Herz zu ihm hin, der uns zuerst geliebt hat. Diese Zuversicht ist es, die dem Apostel die Worte entlockt: „Deshalb beeifern wir uns auch, ob einheimisch oder ausheimisch, ihm wohlgefällig zu sein“ (2. Kor 5,9). Wenn wir durch die Gnade einmal an die Zeit zwischen den Tagen, als wir noch den kommenden Zorn fürchteten, und der Stunde, als wir durch den Glauben Frieden mit Gott bekamen, zurückdenken, dann können wir wohl sagen, dass wir heute sorgfältiger als damals darauf achten, Gott zu gefallen. Wir dürfen sagen, dass die Entfernung unserer Ängste von uns und der Einzug des Glaubens in unsere Seelen durch die Gnade des Geistes Gottes zu einem Standard des christlichen Lebens und zu Beweggründen für ein Leben vor Gott und zu einem Verlangen nach Hingabe an ihn geführt haben, die wir früher nicht kannten; und es kann in der Tat nicht anders sein. Der Glaube wirkt durch die Liebe, und wenn der Glaube nicht wirkt, dann ist es kein echter, sondern ein toter Glaube, kein von Gott kommender Glaube, sondern ein intellektuell erworbener. Wir haben von Gott Leben empfangen, und der Heilige Geist, der in uns wohnt, treibt dieses Leben an – christuswärts, gottwärts.
Die überreichliche Gnade Jesu, der sich selbst für sie hingab und der sie für sich selbst erwarb, hatte das Herz des Apostels und die Herzen seiner Genossen so gewonnen, dass sie nur noch ein Ziel hatten: ihrem Herrn zu gefallen. Sie blickten voraus auf den Tag seines Tribunals und arbeiteten darauf hin, einmal seine Stimme zu hören: „Wohl, du guter und treuer Knecht.“ Sie dachten gar nicht daran, dass Christus sie ablehnen könnte; aber seine Liebe trieb ihr Leben dazu an, sich Mühe zu geben, ihm zu gefallen.
Manche erwarten den Tag seines Richterstuhls mit dem Gedanken, dann Lohn zu bekommen. Es ist wahr, dass noch nicht einmal der Becher kalten Wassers, in seinem Namen gegeben, dort vergessen wird, denn das Herz Christi vergisst nicht die geringste Tat, und sei sie noch so einfach und wenn sie von dem geringsten seiner Jünger aus Liebe zu seinem Namen getan wurde. Und selbst wenn es nicht zu dem Dienst gekommen ist, wertet er das aufrichtige Verlangen, ihm zu dienen und zu gefallen. Die Liebe belohnt, aber für Lohn oder für Liebe zu arbeiten sind zwei völlig verschiedene Dinge. Der Arbeiter im Weinberg, der für seinen Cent gearbeitet hatte, verdiente seinen Cent, erhielt aber nicht das Lächeln des Meisters. Es ist das glückliche Vorrecht des Christen, für Liebe zu arbeiten. Es wird die Freude des Meisters sein, jeden Dienst zu belohnen.
Es gibt für den Dienst keine strengen Regeln im Neuen Testament, aber es gibt viele Bitten und Aufrufe zu völliger Hingabe. Es ist ein Fehler, wenn man sich als Christ Lebensregeln unterwirft, die dem Wort des Meisters nicht bekannt sind und, so möchten wir hinzufügen, oft dem Geist des Wortes des Meisters entgegenstehen. Wir erlegen uns auch keine Regeln auf, um unseren besten Freuden zu gefallen; die Liebe treibt uns dazu an. Unser Herr sagt: „Wenn ihr mich liebt, so haltet meine Gebote“ (Joh 14,15). Der Geist der Liebe regiert den ganzen Wandel und das ganze Leben eines Menschen in einer Weise, wie es der gesetzliche Geist, der so viel Zeit und so viel Dienst in bloßer Pflichterfüllung fordert, niemals tun könnte.
In dem Geheimnis der Gnade gab der Gott der Liebe seinen Sohn, und sein Sohn gab sich selbst für uns. Wie glücklich ist der, dessen Herz angesichts dieser unaussprechlichen Gütigkeit für Gott schlägt, der mit Gott wandelt und aus Liebe zu seinem Herrn seine Gebote hält und der vor seinem Richterstuhl, wie Henoch, dieses Zeugnis ausgestellt bekommt, „dass er Gott wohlgefallen habe“.
H. Forbes Witherby
https://www.bibelstudium.de/articles/3631/allezeit-guten-mutes-05.html

Liebe Grüße, Josef